Cassina 9.0

Eine Marke, ein Land, ein Jahrhundert Design. Ein Kurzportrait der italienischen Traditionsmarke Cassina in neun Kapiteln.

Kapitel 1: Meda
Es begann mit kleinen Beistelltischen: 1927 gründeten die beiden Brüder Cesare und Umberto Cassina das Unternehmen „Amedeo Cassina“, das sich zunächst auf die Herstellung von kleinen, praktischen Beistelltischen aus Holz spezialisierte. Erst Ende der 1940er Jahre wurde das Portfolio erweitert und neben Tischen auch Sitzmöbel produziert. 

Kapitel 2: Andrea Doria
Besonders Fahrt nimmt der Erfolg von Cassina mit der Inneneinrichtung von Überseeschiffen auf. So stattete die italienische Marke die „Andrea Doria“ mit Sesseln aus und schaffte damit nicht nur den Sprung aufs internationale Parkett, sondern entwickelte auch eine ganz eigene Identität und Formensprache: Zeitlose Stücke mit einem modernen Twist verwöhnten die anspruchsvollen Gäste und sorgten in den 1950er Jahre für einmaligen Komfort auf den großen Weltmeeren.  

Kapitel 3: Gio Ponti
Kein Geringerer als Architekt und Designer Gio Ponti wurde dank der erfolgreichen Ausstattungen transatlantischer Schiffe auf Cassina aufmerksam – eine Aufmerksamkeit, die auf Gegenseitigkeit beruhte und eine lange und äußerst produktive Zusammenarbeit nach sich zog. Der Stuhl „Superleggera“, der mit seinen 1,7 kg noch heute zu einem der leichtesten Stühle der Designgeschichte zählt, ist hierbei ein absoluter Höhepunkt. 2017 erstrahlt der Stuhl, der seit 1957 durchgängig von Cassina produziert wird, in extravagantem Dreiecksgewand vom niederländischen Designer Bertjan Pot. 

Kapitel 4: Bauhaus 2.0
Cesare Cassina war ein Freigeist und genauso führte er sein Unternehmen: Designer, Architekten und Handwerker arbeiteten eng zusammen und genossen absolute Freiheit - Freiheit im Denken, Freiheit Neues zu kreieren, Freiheit zu überraschen. Eine Art Bauhaus 2.0 war geboren und die legendäre Institution mit seiner außergewöhnlichen Geisteshaltung fand bei Cassina seine angewandteste Form nach 1945. Die Marke agierte als Laboratorium und Denkfabrik und ermöglichte ihren Künstlern zu experimentieren. In den 1960er wurden erstmalig limitierte Editionen herausgebracht und die Zusammenführung von Kunst und Design offensiv gefördert – ja sogar gefordert. Gaetano Pesce und Alessandro Mendini waren mit ihrer grenzenlosen Kunst die wohl wichtigsten Akteure dieser Zeit.  

Kapitel 5: Handwerk und Serie
Noch heute werden viele Produktionsschritte bei Cassina nicht maschinell erledigt, sondern ganz traditionell per Hand. Diese Kombination aus Handwerk und Serie garantiert nicht nur eine erstklassige Qualität, sondern verleiht jedem einzelnen Möbelstück auch einen ganz besonderen Charme.

Kapitel 6: Le Corbusier und der Club LC
Ab 1964 erwarb Cassina die Produktionsrechte an der LC Serie von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand. Heute zählen der Sessel LC 2 und die Chaise Longue LC4 zu den wichtigsten Designikonen überhaupt und Besitzer gehören dem exklusiven LC Club an. Le Corbusier schloss die Lizenzverträge mit Cassina persönlich ab. Noch bevor die Produktion ein Jahr später startete, verstarb der Ausnahmegestalter. Heute wird jede Änderung in Material oder Farbe nur in enger Kooperation mit der Fondation Le Corbusier beschlossen. In einem wunderbaren Film ehrte Cassina den legendären Architekten zu seinem 50. Todestag.  

Kapitel 7: Kollektion Simon

Die Leute lesen heute keine Bücher mehr, aber immerhin sind sie gezwungen Gegenstände zu lesen: Diejenigen, die sie machen, sind dafür verantwortlich, ob dieses Lesen Teil der Menschheit ist, oder nicht. Dino Gavina

Dino Gavina gilt als Schlüsselfigur in der italienischen Designgeschichte. In den 1960er Jahren erwarb er die Rechte an der Produktion des berühmten „Wassily“-Stuhls von Marcel Breuer, gründete 1962 die Leuchtenmarke Flos – übrigens gemeinsam mit Cesare Cassina – und sorgte mit seinem Hang zu exzentrischen Entwürfen für den heute als typisch italienisch geltenden Hauch Extravaganz im Design. Seit 2013 produziert Cassina ausgewählte Designs unter der Kollektion „Studio Simon“ – neben den Kollektionen „I maestri“ und „I contemporanei“ ein absolutes Highlight und die perfekte Ergänzung im Portfolio der Marke.  

Kapitel 8: Patricia Urquiola
Seit Herbst 2015 ist die spanische Stardesignerin Patricia Urquiola Art Director bei Cassina. Ein erstes Highlight in der Zusammenarbeit stellt das diesjährige Jubiläum der Marke dar: Urquiola entwickelte das Konzept zu Cassina 9.0, das in der letzten Woche passend zur Eröffnung des Salone del Mobile in Mailand vorgestellt wurde. Neben einer Ausstellung und Installation, ist das gemeinsam von Cassina und Felix Burrichter herausgegebene Buch „This Will Be the Place“ ein absoluter Höhepunkt. 

Kapitel 9: MutAzioni
Neun Ikonen für 90 Jahre Geschichte: Die zum Jubiläum gelaunchte Serie „MutAzioni“ erfrischt neun Möbel aus der Cassina Kollektion und interpretiert sie aus einem zeitgenössischen Blickwinkel. Zu  Rietvelds Klassiker „Red and Blue“ gesellt sich eine neue Farb- und Materialvariante namens „Black Red and Blue“, der verspielte „Wink“ von Toshiyuki Kita erhält ebenso ein neues Stoffkleid und der Utrecht Sessel kommt mit raffinierten Nähten und knalligen Tönen daher. Mit der Überarbeitung der insgesamt neun Entwürfe zeigt Cassina, dass der Wandel der Zeit auch an zeitlosen Designs nicht vorrübergehen sollte. Wie schon mit den Reeditionen der 1960er Jahre stärkt Cassina die Identität der Produkte und holt sie in die Gegenwart.

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