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#einefragedesdesigns: Erika Mierow

Wir trafen Trendcoach und Wohnpsychologin Erika Mierow bei einem Presse-Event von Montana Anfang Oktober 2017 in Hamburg. Nach ihrem inspirierenden Vortrag zum Thema Dekorieren und Aufbewahren hatten wir die Möglichkeit, ihr noch einige Fragen zu stellen.

Seit 1980  war Erika Mierow in einem Großhandelsunternehmen für Einkauf und Beschaffung von Wohn- und Einrichtungsgegenständen zuständig. Mit Ende Fünfzig überfiel sie die Berufsmüdigkeit und sie entschied sich für die Selbstständigkeit als Trendcoach. Nebenher machte sie eine Ausbildung zur Wohn- und Architekturpsychologin. Da Erika Mierow das Reisen liebt, ist sie auf der ganzen Welt unterwegs, um immer wieder neue Trends zu entdecken. Diese dokumentiert sie in Trendbüchern, die zweimal jährlich erscheinen. Nebenbei berät die Wohnpsychologin Hersteller bei Produktdesigns und analysiert Räumlichkeiten zur Verbesserung der Wohnatmosphäre.

Bei dem ersten deutschen Presse-Event von Montana mit Joakim Lassen Anfang Oktober 2017 in der Haller 6-Location in Hamburg hielt Erika Mierow einen spannenden Vortrag über die Geschichte des Verstauens und Dekorierens. So war es zum Beispiel in den 1950er Jahren so, dass Gardinen und Teppiche allein bereits als Dekoration galten, während in den 1960ern weitaus mehr inszeniert wurde. Mit den wilden 1970ern wurde die Inneneinrichtung bunter, die Menschen verzichteten auf Stauraum und verzierten ihre Wohnräume unter anderem auch erstmals mit Postern. Dieser Wandschmuckt spiegelte die umfassende Rolle der Musik in der (Hippie-)Zeit im Wohnraum wieder. In den 1980er Jahren nahmen Sideboards und Samtsofas Einzug in die deutschen Lebensräume. Sideboards wurden nicht nur zum Verstauen genutzt, sondern auch um die Fläche zum Ausstellen für Dekorationsartikel zu nutzen. Auch (beleuchtete) Vitrinen boten den persönlichen Lieblingsstücken eine perfekte Bühne und erfreuten sich daher ebenfalls großer Beliebtheit.

Heute ist der Wohnraum meist knapper und der Fokus liegt stärker auf individueller Einrichtung. Gerade Systemmöbel, wie beispielsweise die Regale von Montana, sind daher ideal: mit 36 Modulen, vier Tiefen und 42 Farben werden dem Nutzer unendlich viele Möglichkeiten geboten.

Zum Abschluss ihres Vortrags zitierte Wohnpsychologin Erika Mierow einen Auszug aus dem „Hausbuch“ von 1950, welches ihre Mutter zur Hochzeit geschenkt bekam, zu der Thematik des Aufbewahrens:

Meist besteht die Einrichtung […] aus einem kombinierten Schrank für Geschirr und Bücher, manchmal mit einem kleinen Glasteil für Gläser und Kunstgegenstände, mit Schubladen für Besteck oder Nähmittel, oft mit einer Schreibklappe für die Hausfrau. Daneben sieht man noch den Anrichteschrank mit Fach und Schubladen für Tischwäsche, Besteck und vor allem zum Abstellen der Schüsseln beim Auftragen. Falls wir auf den Anrichteschrank verzichten wollen, tut auch ein Teewagen gute Dienste zum Abstellen, zum Wegfahren des gebrauchten Geschirres in die Küche und als kleines Tischlein-deck-dich für einen unvorhergesehen Gast.

 

So sorgte Erika Mierow für einen humorvollen Abschluss und unterstrich gekonnt, wie Einrichten, Verstauen und Dekorieren sich über die Jahre gewandelt haben.

Wir hatten die Chance, uns näher mit Erika Mierow zu unterhalten und haben sie nach ihren liebsten Designstücken im Alltag, Helden und persönlichem Stil gefragt.

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Initialzündung?
Mit Ende Fünfzig hab ich das Hamsterrad angehalten und mich gefragt: „Was mache ich hier eigentlich?" Fast die Hälfte meines Lebens hatte ich damit verbracht, den Einkauf von Containermengen Wohn- und Dekogegenständen zu tätigen. Ich hab den Kopf gehoben und in die Welt gesehen. Da ist doch noch so viel möglich, was Spaß macht. Selbstbestimmt Arbeiten mit Dingen, die mir gefallen.

Liebstes Designstück im Alltag?
Mein MINI.
Was, indoor? Ach so… tja, also meine Machalke-Sofas? Oder der Sessel, den mein Vater in den 1950er Jahren gebaut hat (er war Polstermeister und Innendekorateur) und immer noch aktuell und gemütlich ist? Oder nee, doch lieber der Serif-TV von Samsung!! Nein, ich weiß: die Fritz Hansen-Stühle, die ich einmal für 5,00 Euro pro Stück erstanden hab.

Lieblingsplatz?
Im Sommer morgens um 7 Uhr mit einem Tee auf meiner schönen Terrasse direkt am Osterbek-Kanal. Wenn nicht Sommer ist – also 2017 ganzjährig – mein Korbstuhl mit Schaffell und Blick nach draußen auf den Kanal.

Kreativster Ort?
Nachts in meinem Bett, wenn mich die Gedanken nicht zur Ruhe kommen lassen. Ich bin dann nicht schlaflos, sondern habe Kreativphasen.

Helden?
Das sind jene, die simple Gegenstände entwickeln, gut gestalten und damit den Menschen helfen. Je einfacher, desto genialer. Beispiel: Rollkoffer.

Stil?
Eher Bauhaus, aber nicht Jugendstil. Am ehesten skandinavisch: hell, luftig und schlicht.

#einefragedesdesigns

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