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#einefragedesdesigns: Fiorella Villa

Seit fast 30 Jahren arbeitet Fiorella Villa mit Herz und Verstand bei B&B Italia. Mit stilwerk spricht sie über ihre Anfänge, Lieblingsstücke und Stil.

Seit 1988 arbeitet Fiorella Villa, 1966 in Monza geboren, für das italienische Designlabel B&B Italia, früher als Head of PR & Communications und seit 2015 als Global Communications Director für die Kernmarke B&B Italia sowie Maxalto. Zum 50-jährigen Markenjubiläum entwickelte Fiorella Villa nicht nur das Konzept zum Jubiläumsfilm „B&B Italia. Poetry in the Shape. When Design meets Industry" mit Gastauftritten von Designern wie Renzo Piano, Antonio Citterio, Mario Bellini oder Patricia Urquiola, sondern auch für das begleitende Buch „The Long Life of Design in Italy – B&B Italia 50 Years and Beyond" sowie für die dazugehörige Ausstellung zur Triennale Mailand unter dem Titel „B&B Italia / The Perfect Density".

Our special Exhibition: “B&B Italia / The Perfect Density” designed by Migliore + Servetto...

Posted by B&B Italia on Freitag, 15. April 2016

Am 17. Mai 2017 lud B&B Italia im Hamburger Istituto di Cultura zu einer exklusiven Vorführung des Jubiläumfilms und anschließender Gesprächsrunde mit Fiorella Villa ein. In diesem Rahmen sprach die Leiterin des Bereichs Kommunikation auch mit stilwerk über ihr Anfänge, Lieblingsstücke und Stil. 

Initialzündung?
Meine Karriere begann in der Modebranche, bevor ich zum Möbeldesign kam. Als ich dann bei B&B Italia anfing, war mir noch gar nicht klar, wie viel Prestige diese Marke ausstrahlt. Das Engagement der Mitarbeiter hat mich sofort beeindruckt. Die Leidenschaft, die Vision, die sie leitete.  Anfang der 1990er Jahre ging es für mich dann im Bereich der Kommunikation richtig los, als die Firma beschloss das Research & Development Centre vor allem auch nach außen zu stärken. Jahre harter Arbeit folgten, um eine umfassende globale Strategie für die Kommunikation zu entwickeln. Keine einfache Aufgabe, besonders in einer so strebsamen Firma bei der Exzellenz der „raison d’être“ ist. Aber mich motiviert die Herausforderung meiner Position täglich mit innovativem Design und außergewöhnlichen Persönlichkeiten zu arbeiten. 

Liebstes Designstück im Alltag?
Vor vielen Jahren habe ich mich in eine Uhr von Georg Jensen verliebt. Nach einigen Monaten kaufte ich sie – als Geschenk zu meinem 40. Geburtstag. Das ist Jahre her… So klar, so elegant – sie sah mehr aus wie ein Armband als eine Uhr. Die skulpturale Form, noch betont von dem offenen Ende, sorgt für die Illusion, dass das Band über dem Handgelenk schwebt. Für mich ist die Uhr ein Symbol für Eleganz, Weiblichkeit und Unendlichkeit. Es ist für mich bis heute etwas Besonderes sie zu tragen – auch nach so vielen Jahren.  Ich stelle immer wieder fest, dass der Kauf eine gute Entscheidung war. Eine wirklich wertvolle Uhr in zeitlosem Design. 

VIVIANNA watch #GeorgJensen

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Lieblingsplatz zu Hause?
In meinem Wohnzimmer steht ein Loungesessel von B&B Italia: Der ikonische „UP5_6“ von Gaetano Pesce. Er steht in der Mitte des Raumes und ist der bequemste Platz, um den Blick auf meine Terrasse und den Garten zu genießen. 
Der Sessel hat eine ganz besondere Bedeutung für mich. Es handelt sich dabei um ein älteres Modell, dass ich von Piero Ambrogio Busnelli persönlich geschenkt bekam – wegen einer gewonnenen Wette vor mehr als 20 Jahren, als ich heiratete. Wenn ich mich hineinsetze, verstehe ich, was Komfort bedeutet – es ist wirklich einer der bequemsten Sessel, in denen ich jemals saß. Aber es ist noch mehr. Der Sessel macht mich stolz. Er erinnert mich daran, worum es bei Design wirklich geht. Er symbolisiert die technischen Herausforderungen – in den 1960er Jahren wurde der Sessel mit Polyurethan in eine Form gespritzt und für den Versand auf die Größe einer kleinen Box vakuumiert, bevor er beim Kunden durch das Öffnen der Verpackung zu seiner wahren Form kam – sowie eine soziale Relevanz – der Sessel erinnert in seiner Form an einen Frauenkörper und der runde Fußhocker an eine Fußfessel, mit der die Frauen in den Vorurteilen der Männer gefangen sind. 
Aber ich erinnere mich auch daran, wie schwer es war, den Sessel in unverpackt nach Hause zu bringen – er ist wirklich groß! Heute ist der „UP5_6“ ein Teil der Familie. Ich könnte ihn niemals weggeben – niemals! 

Kreativität?
Manchmal habe ich das Gefühl, ich lebe in einem ständigen Brainstorming. Wahrscheinlich weil meine Arbeit auch meine Leidenschaft ist. Kreativität findet sich überall – in der Luft, am Tag, in der Nacht. Ich bin neugierig, immer interessiert an neuen Orten und Menschen – glücklicherweise lerne ich durch meine Arbeit im Design ständig neue, talentierte Persönlichkeiten kenne. Jeden Tag muss ich neue Lösungen und Ideen finden. Das ist der Kern von B&B italia. Manches kommt dann durch Zufall, anderes durch unkonventionelle Assoziation, manchmal hilft es aber auch einfach, ein bisschen herum zu fahren, mit Menschen zu reden oder einfach zu entspannen. Es ist ein bisschen wie bei einer Leuchte, die noch mal aufflackert, bevor sie komplett ausgeht. Eine plötzliche Inspiration, der Funke den ich brauchte, um eine Idee in ein Konzept zu übersetzen. Meistens bin ich ziemlich überrascht, wie weit mich meine Ideen schon gebracht haben und wie sie am Ende doch alle zusammenpassen, auch wenn ich am Anfang nicht immer weiß, wie ich das Puzzle vervollständigen soll. Ich halte mich für eine sehr rationale und pragmatische Person, bin robust und zielstrebig –aber ich bin auch weiser geworden. Ich habe verstanden meiner Intuition zu folgen. Ich denke, eine meiner Stärken ist es, Menschen zu verstehen und ihnen zu vertrauen – eher aufgrund eines positiven Bauchgefühls als nur wegen eines beeindruckenden Lebenslaufs. 

Helden?
Idole? Jeden und niemanden. Natürlich habe ich meinen „Helden“ im Design: den visionären Mann, der 1966 B&B italia gründete, Piero Ambrogio Busnelli. Es war eine Ehre ihn kennenzulernen und mit ihm zu arbeiten. Er war fast schon ein Genie. Und ein sensibler Mann mit großer Menschlichkeit, der mir viel gegeben hat.

Natürlich habe ich auch meine liebsten Schauspieler, Sänger, Künstler und Designer – generell sind meine Vorbilder einfach all jene Menschen, die es schaffen, eine jedes Mal aufs Neue eine starke Emotion auszulösen. Ich bin zwar zielstrebig und extrovertiert, aber auch ziemlich sensibel. Idole sind sehr weit weg für mich, sie leben in einer anderen Welt. Aber ich kann mich mit ihren Visionen identifizieren. Im Moment ist meine Lieblingskünstlerin eine Namensverwandte: Fiorella Mannoia mit ihrem Song „Combattente“ und dessen Grundsatz: „wer nicht kämpft hat schon verloren“ und „auch wenn die Welt schmerzhaft sein kann, niemals aufzugeben“. Das ist auch etwas, dass ich meinem 14-jährigen Sohn beibringe.

Stil?
Mein Einrichtungsstil spiegelt meine Persönlichkeit: Klar, elegant, keine Schnörkel – man könnte sagen: „Nordic Style“. Mein Zuhause ist Zufluchtsort mit hellem Eichenboden und ruhigen, weißen Wänden – nicht Kreideweiß, eher ein warmes Weiß. Ich kombiniere schwarze und weiße Accessoires und Möbel, die meinem Ideal von Eleganz entsprechen. Auch in der Mode. Das bringt mir ruhiges Gefühl, aber schafft gleichzeitig ein grafisches Muster. Erst war es gar nicht so bewusst, aber mit einer Entscheidung nach der anderen habe ich verstanden, dass ich es mir so für mich und meine Familie wünsche.  

#einefragedesdesigns

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