#einefragedesdesigns: LucidiPevere

Das italienische Designerduo LucidiPevere überzeugt internationale Marken sowie Jurys von renommierten Designpreisen immer wieder aufs Neue mit seinen cleveren und zugleich ungewöhnlichen Lösungsansätzen im Möbelbereich. Mit stilwerk sprechen die beiden Designer über Stil und Helden.

2006 gründeten Paolo Lucidi und Luca Pevere ihr eigenes Designstudio in Mailand. Gemeinsam gestalten sie Produkte für renommierte Labels wie De Padova, Zanotta, Agape, Foscarini, Kristalia, Living Divani oder Normann Copenhagen. Mit ihren ungewöhnlichen und spannenden Lösungsansätzen konnte das italienische Designduo bereits viele renommierte Preise gewinnen.

Im Januar 2018 präsentierte die französische Designmarke Ligne Roset die neueste Kreation „PAIPAÏ“ von LucidiPevere auf der Möbelmesse in Köln. Die Inspiration für das Sitzmöbel stammt aus der japanische Papierfaltkunst Origami. So entsteht die raffinierte Form des Möbelstücks durch einfache Faltungen: Ein Knick, der den Rücken vom Sitz trennt – weitere kunstvolle Falten schaffen an den Enden der Rückenlehne die Biegung der Armlehnen, sodass ein kokonartiger, umarmender Sitzplatz entsteht. Benannt ist das bequeme Polstermöbel nach dem klassischen Pai-Pai-Fächer, der – wie der Entwurf von LucidiPevere – eine charakteristische runde Form hat. Die Serie „PAIPAÏ“ besteht aus einem Dreisitzer, einem großen Sessel und einem passenden Hocker. 

Bereits im Vorjahr hatte LucidiPevere die clevere Outdoor-Sitzgruppe „Backpack“ für die französische Designmarke entworfen. Inspiriert von der Welt des Campings bietet „Backpack“ einen Sitzplatz – statt auf den üblichen Kissen – auf einem langen Sack aus wasserdichtem Gummimaterial, der zwei Sitzkissen fasst. Optisch und materiell nimmt die Sitzgruppe die charakteristischen Merkmale eines Rucksacks auf.

Mit stilwerk sprechen LucidiPevere über ihre persönlichen Lieblinge, Helden und den eigenen Stil.

Initialzündung?
Wir haben beide am Politecnico in Mailand studiert, wo wir uns 1996 kennenlernten. Nach der Uni haben wir bei verschiedenen Studios, darunter bei Marco Ferreri und Marc Sadler, kollaboriert und schließlich angefangen gemeinsam für kleinere Unternehmen aus unserer Heimatregion zu arbeiten.

Liebstes Designstück im Alltag?
Luca: Die „Mokka Bialetti“ (konkret in der Größe für zwei bis drei Kaffees, da sich bei den größeren Varianten die Proportionen zwischen Aluminiumkörper und den Griffen verändern). Ich nutze sie jeden Morgen.
Paolo: Bic-Stifte. Ich benutze immer solche, wenn ich zeichne.

Lieblingsplatz zu Hause?
Luca: Immer da, wo es ein großes Fenster und jede Menge natürliches Licht gibt.
Paolo: Das Wohnzimmer – genauer gesagt, das Sofa, auf dem ich mich entspannen kann.

Kreativster Ort?
Das kommt darauf an. Es gibt da keinen bestimmten Ort, vielmehr geht es um den Gemütszustand.  Mal bist du relaxed und lässt die Gedanken schweifen, mal bist du so gestresst, dass du alles verkomplizierst – und plötzlich kommt der Geistesblitz. Manchmal muss man sich aber auch zwingen, eine Idee zu finden.

Lieblingsmaterial?
Als LucidiPevere sind wir bekannt dafür, dass wir mit vielen verschiedenen Materialien arbeiten und uns von Technologie zu Technologie bewegen. Wir lieben Veränderungen. Das ist wie frische Luft zum Atmen und dann neu beginnen. Immer wieder die gleichen Sachen machen, die gleichen Objekte und Materialien – diese Langeweile hassen wir. Beim Thema „Spezialisierung“ laufen wir lieber davon.

Helden?
Eames, Castiglioni, Bertoia, Magistretti und viele andere. Wir fühlen uns als Gleichgesinnte. Sie alle haben hinsichtlich neuer Technologien, Materialien und Typologien wirklich innovative und langlebige Objekte geschaffen, die immer auf den Markt ausgerichtet waren. Genau das ist auch unser Job.

Stil?
Am ehesten ein internationaler Stil mit verschiedensten kulturellen Einflüssen. Uns gefallen helle Interieurs, warme und natürliche Materialien und ein Klecks Farbe hier und da. Wir mögen es nicht so überladen und dekorieren am liebsten mit Pflanzen und wenigen, ausgewählten Objekten.

#einefragedesdesigns

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