#einefragedesdesigns: Norbert Engelbrecht

Ein Quereinsteiger gestaltet Wohnträume. Der Interior Designer Norbert Engelbrecht spricht mit stilwerk über seine Initialzündung, Kreativität und Design.

Der Hamburger Norbert Engelbrecht ist seit 2006 freiberuflicher Interior Designer und berät Geschäftsinhaber wie Privatpersonen in Schaufensterdekorations- und Einrichtungsfragen. Zuvor arbeitete er lange für das Einrichtungsgeschäft Holger Stewen sowie für das Kreativteam von Polo Ralph Lauren. Für stilwerk gestaltet er seit 2014 die Möbelsettings im stilwerk Berlin, Düsseldorf und Hamburg. 2018 konzipiert er gemeinsam mit Annika Murjahn von CAPAROL ICONS die Roadshow „Icons of Colour and Design – Wandfarben und Möbel mit Kultcharakter“, die von April bis Juni 2018 durch die stilwerk Standorte touren wird. 

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Darüber hinaus entwirft Engelbrecht aus gebrauchten Stoffen der 1940er bis 1980er Jahre einzigartige Kissen, Decken, Lampenschirme, Sessel- und Stuhlbezüge, die er in Hamburger Schneiderwerkstätten produzieren und schließlich unter dem Label „Camp Vintage“ verkauft.

In einem Interview sprachen wir mit ihm über seine Initialzündung, Kreativität und Design:

Initialzündung?
Ich komme ja eigentlich aus dem Textileinzelhandel. Das hatte ich gelernt. In Hamburg sah ich aber so einen Einrichter, der mich völlig aus den Socken haute. Das war damals der Showroom von Holger Stewen in den Hohen Bleichen. Den fand ich einfach Klasse. Die Art der Dekoration, das war unglaublich schön – einfach perfekt. Durch Zufall bin ich dann dazu gekommen, dort zu arbeiten. Genau genommen, bin ich einfach reingegangen und habe gesagt, ich würde alles machen – egal was. Hat irgendwie funktioniert. Am Ende habe ich 16 Jahre dort gearbeitet. Erst dekorierte ich die Läden in Hamburg, später kamen dann auch die Showrooms in Santanyi und Palma auf Mallorca dazu. Es gab sogar eine Eröffnung in der Green Street in New York. Das war so mein Einstieg, einfach ein Cross-Over. Ich hatte ja weder Interior Design noch Architektur studiert oder so. Mich hat das Ganze einfach unglaublich begeistert und fasziniert.

Liebstes Designstück im Alltag?
Ich muss sagen, ich mag immer noch supergerne meinen Filofax. Ich hab immer meine Termine da drin und jedes Jahr kaufe ich mir einen neuen Kalender. Viele tackern das ja mittlerweile alles in ihr Smartphone, aber ich mag das gern – mit Papier und Stift zu arbeiten. Ich schleppe den auch immer mit rum. Viele gucken mich dann völlig verwundert an, wenn ich das Ding aufklappe, aber ich mag‘s. Das gehört zu mir.

Lieblingsplatz zu Hause?
Vor meiner Musikanlage! Das sind noch ganz alte Geräte, die ich unglaublich toll finde. Also zum Beispiel ein Röhrenverstärker von Macintosh oder der alte Thorens-Plattenspieler. Ich höre halt nur Vinyl, keine CDs.

Kreativster Ort?
Eigentlich auch vor der Musikanlage. Musik spielt für mich einfach eine große Rolle beim Kreativsein. Sie hilft mir beim Nachdenken, um auf eine Spur zu kommen. Musik setzt irgendwie etwas in mir frei, was mich auf Ideen bringt. Andere gucken dafür Filme, blättern in Zeitschriften oder so – bei mir läuft das eben über diese Musikgeschichte. Da gibt’s dann diese Zündung und das muss ich dann auch sofort hinschreiben als Grundidee zum Ausarbeiten. 

Helden?
Also, es gibt einen – natürlich auch aus der Musik: Frank Zappa.

Stil?
Alles geht ja heute irgendwie. Wichtig finde ich einfach, dass man dazu steht. Soll ja auch Spaß machen. Also einfach die Dinge mal belächeln und nicht alles so wahnsinnig ernst nehmen. Am Ende ist es ja wie mit der Kleidung. Da verändert man sich auch immer mal wieder, experimentiert oder bringt verschiedene Stile zusammen. So sollte man es auch in der Einrichtung sehen, denke ich. Wenn alles zusammenpasst und mit dir selbst gut funktioniert, dann ist es doch super.

Traumpartner?
Den habe ich ja schon gefunden: Meine Partnerin Conni Kotte. Wir haben uns, wie man so sagt, gesucht und gefunden. Wir haben uns durch Zufall über einen Freund bei einer Ausstellung kennengelernt. Da hat es gleich so gezündet und seit dem arbeiten wir zusammen. Das ist eigentlich perfekt, mit dem Designteam bei Conni Kotte Interior Design zusammenzuarbeiten. Da bin ich richtig glücklich mit.

#einefragedesdesigns

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