#einefragedesdesigns: Søren Lassen

Die erfolgreiche Fortsetzung eines Erbes: Søren Lassen produziert das klassisch zeitlose Design des Architekten Mogens Lassen und erobert mit seiner Marke by Lassen den dänischen Markt. Mit stilwerk spricht er über seinen persönlichen Weg zum Design, seine Prägung und seine Inspiration.

Søren Lassen ist Gründer der Marke by Lassen, die für erstklassiges dänisches Design steht. Die Marke hält die Rechte an den viel beachteten Designs der Architekten Mogens Lassen (1901-1987) und Flemming Lassen (1902-1984). Diese hinterließen zahlreiche Skizzen und Entwürfe im Bereich der Architektur und im Wohndesign. Die Pflege und Bewahrung dieses Erbe hat sich by Lassen zur Aufgabe gemacht und bringt das klassische und zeitlose Design der Brüder sehr erfolgreich auf den Markt.

Mogens Lassen war einer der bekanntesten und einflussreichsten dänischen Architekten und ein Pionier des dänischen Funktionalismus. Seine Entwürfe sind stark durch die Ideen des Bauhaus inspiriert. Sein Bruder Flemming Lassen ist besonders durch seine Zusammenarbeit mit Arne Jacobsen bekannt geworden. Das Familienunternehmen by Lassen ergänzt dieses Erbe mittlerweile mit Entwürfen zeitgenössischer Designer, die auch einen traditionellen skandinavischen Charme erkennen lassen. Die bewusste Reduktion, klare Linien und ein gewisser Minimalismus prägen allerdings auch die neuen Objekte.

Mit stilwerk spricht Søren Lassen über seinen persönlichen Weg zum Design, seine Prägung und seine Inspirationsquellen.

Initialzündung?
Etwa zur gleichen Zeit, als ich an der Technischen Universität Kopenhagen meinen Abschluss machte, starb mein Großvater Mogens Lassen. Seinen ikonischen „Kubus“-Kerzenständer gab es zu dieser Zeit noch gar nicht in Serie. Das weckte mein Interesse. Ich selbst komme aus dem Maschinenbau, sprich der professionellen Produktion, und beschloss den Entwurf meines Großvaters umzusetzen. Heute bin ich stolz darauf, sagen zu können, dass wir das auf eine so kluge Art und Weise getan haben und es sogar in einem hochpreisigen Land wie Dänemark umsetzen konnten. Alles begann also mit diesem Kerzenständer. Ich gründete sogar eine eigene Firma für Produktionswerkzeuge, um die Herstellung des Kerzenständers zu perfektionieren. Uns standen dadurch hochqualifizierte Werkzeugmacher zur Verfügung, die in ihrer eigenen Arbeit extreme Perfektionisten sind. Manchmal hatten unsere Werkzeugmacher nicht so viel zu tun, so dass ich sie damit beauftragen konnte, die „Kubus“-Kerzenhalter zu bauen. Sie gingen mit dem gleichen hohen Standards an dieses Designobjekt heran und schufen Kerzenständer in Perfektion. Bis heute halten wir an diesem Maßstab fest. Für uns ist die Montage ein Teil des Designs.

Liebstes Designstück im Alltag?
Natürlich liebe ich die ganze by Lassen-Kollektion. Mein persönliches Lieblingsstück ist der „Kubus 1“-Kerzenständer. Ich habe ihn schon immer geliebt. Zu meiner Konfirmation schenkte mein Großvater mir so einen „Kubus 1“, das hat ihn für mich zu etwas Besonderem gemacht. Ich denke, der Kerzenständer hat eine schöne, handliche Größe und ist perfekt proportioniert. Er hat einfach die ideale Form, egal wo man ihn nutzen möchte.

Lieblingsplatz zu Hause?
Mein Lieblingsplatz ist in einem neuen Teil meines Hauses, wo ich vor kurzem eine Ecke mit unseren „Frame"-Möbeln eingerichtet habe. So gesehen ist das der bestaussehende Platz in meinem Haus und sticht dadurch heraus. Mein Lieblingsraum ist allerdings mein Wohnzimmer, denn das ist ein architektonisches Meisterwerk in sich. Meinem Cousin hat das Haus entworfen. Er hat diesen besonderen Instinkt, Licht auf die richtige Art und Weise einzusetzen. 

Kreativster Ort?
Besonders kreativ bin ich beim Autofahren mit meiner Frau. Sie fährt und ich sitze auf dem Beifahrersitz und arbeite an Designsachen oder technische Überlegungen. Auch wenn ich in der Natur bin und alleine für mich irgendwo sitze, habe ich gewöhnlich einen Stift und ein Stück Papier dabei. Ich schreibe dann meine Ideen auf.

Helden?
Die mir engsten Menschen, die mir in den Sinn kommen, sind mein Vater und mein Großvater mütterlicherseits. Sie hatten beide eine ganz besondere Art mit Menschen umzugehen und die Fähigkeit, die Familie zusammenzuhalten. Mein Vater setzte sich immer für andere Menschen ein. Sie waren gute Vorbilder. Meine professionellen Vorbilder wiederum waren die Eltern eines Freundes, die eine Plastikfabrik besaßen, in der ich als Jugendlicher gearbeitet habe. Sie zu beobachten, überzeugte mich bereits in einem jungen Alter, dass ich mein eigener Chef sein und meine eigene Firma gründen möchte. Wenn ich diesen Antrieb nicht gehabt hätte, gäbe es heute by Lassen nicht. Sie waren Idole aus meiner Kindheit, zu denen ich aufschauen konnte und das prägte mich.

Stil?
Bauhaus ganz klar! Lustig daran ist, dass mein Haus zwar im Bauhaus-Stil gestaltet, aber auf dem Land gelegen ist.

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