#einefragedesdesigns: Torsten Fritze

Er entwickelte mit seinem Architekturbüro das Konzept des stilwerk Berlin. Der Industriedesigner Torsten Fritze von Studio & Partners  spricht über seine Anfänge, Wohnorte und Lieblinge.

Der gebürtige Hamburger Torsten Fritze studierte Industrial Design Engineering an der Central St. Martins Universität in London sowie an der Domus Academy in Mailand unter Mario Bellini und Andrea Branzi. Im Anschluss absolvierte er außerdem ein Marketingstudium an der SDA Bocconi Universität in Mailand. 1988 zog es Fritze nach San Francisco. Hier arbeitete er zunächst als Senior Designer bei frogdesign für Kunden wie Logitech, Sun Microsystems und Steve Jobs NeXT und ab 1991 als Design Manager für Audio Products bei Philips Electronics. 

Zwei Jahre später wurde Torsten Fritze schließlich Partner in Michele De Luccis Designstudio und übernahm die Olivetti Design Group. Gemeinsam mit De Lucci und Nicholas Bewick gründete er 1998 die Firma Studio & Partners in Mailand, die Fritze seit 2010 alleine führt. Für stilwerk entwickelte Torsten Fritze mit Studio & Partners und in Zusammenarbeit mit Novotny Mähnert das architektonische Konzept für das stilwerk Berlin. 

Heute lebt er mit seiner Frau und zwei Söhnen in Cernobbio am Comer See und interessiert sich neben seiner Arbeit bei Studio & Partners für zeitgenössische Kunst – realisierte Projekte mit Anish Kappo sowie Tony Cragg – und arbeitet an Projekten wie dem „I-Cube“ der Europäischen Kommission. Darüber hinaus ist er als Gastdozent an der HfbK Hamburg sowie als Juror beim iF Design award und IDSA Award tätig.  Im Interview spricht Torsten Fritze über seine Anfänge, Wohnorte und Lieblinge. 

Initialzündung?
Als ich fünfzehn Jahre alt war, habe ich jemanden auf einer Party kennengelernt. Der hat mir vom Designstudium erzählt und seitdem wollte ich das auch machen. Ich bin also von Haus aus Industriedesigner und kein Architekt. Dass ich aber als letzteres tätig bin, lässt sich denke ich am besten dadurch erklären, dass man in Italien – wo ich ja arbeite – die kreativen Berufe nicht so segmentiert wie in Deutschland. Viele Architekten und Innenarchitekten machen Design und viele Designer machen auch Architektur. Wenn man über einen gestalterischen Ansatz nachdenkt, ist das in Italien gleich eine etwas umfassendere Überlegung, die sich dann mit ins Räumliche überträgt. Genau genommen ist das Räumliche ja auch nur eine andere Form der Dreidimensionalität des Industriedesigns.

Liebstes Designstück im Alltag?
Da gibt es viele. Aber jetzt im Sommer ist es meine Vespa. Blau. 1981er Jahrgang.

Lieblingsplatz zu Hause?
Eigentlich immer der am Fenster. Da wir direkt am Comer See wohnen, hat man dort immer einen guten Blick.

Kreativster Ort?
Im Zug. Ich fahre jeden Tag mit dem Zug nach Mailand, eineinhalb Stunden. Da hat man Ruhe. Stört keiner. Ruft keiner an.

Markanter Wohnort?
In San Francisco. In der Ecke Montgomery / Union auf dem Telegraph Hill. Wer die Stadt kennt, weiß dass dort der Coit Tower steht. Man kann beide Brücken von da aus sehen. Drei Jahre lang habe ich da gewohnt. 

Lieblingsmaterial?
Licht! Tatsächlich interessieren mich nämlich die Dinge am meisten, die man erwirkt mit dem, was man tut. Deshalb entwerfe ich gerne Leuchten.

Stil?
Ich denke, Begriffe wie Funktionalismus sind heutzutage im Zuge der Diskussion um Experience Design recht abgegriffen. Deswegen würde ich für mich das Wort „opportun“ in den Raum werfen. Nicht opportunistisch, sondern opportun: „was passt“.

#einefragedesdesigns

Titelbilder ©  Studio & Partners / © Christian Gahl
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