Kiran Kelim & Teppichkunst | O. Kiran im Gespräch

Seit mehr als 15 Jahren dreht sich bei Kiran Kelim & Teppichkunst im stilwerk Berlin alles um handgewebte Kunststücke für Boden und Wand. Wir haben mit Inhaber O. Kiran gesprochen.

Eine Reise nach Anatolien in den 1970er Jahren war die Initialzündung für die Sammelleidenschaft von Herrn Kiran. Noch heute beziehen er und seine Frau ihre fein kuratierten Stoffschätze aus der Türkei, Persien, dem Kaukasus und Nepal. Natürliche Materialien und ein sinnliches Zusammenspiel von Form und Farbe sorgen bei beiden immer wieder für Begeisterung. Von der kraftvollen Wirkung im Raum sind sie überzeugt, denn wie einst Edgar Allen Poe finden auch sie: „Der Teppich ist die Seele des Raumes“.

Im Interview zeigt Inhaber O. Kiran Wissenswertes über Teppiche und Kelims auf und spricht über seine persönlichen Favoriten. 

Die Bedeutung von Teppichen?
Besser als Edgar Ellen Poe kann man es kaum sagen. Teppiche verbinden, schaffen Inseln auf die man sich zurückzieht oder auf denen man sich begegnet. Sie können die Architektur des Raumes unterstreichen, sie haben die Kraft, Möbelstücke zur Geltung zu bringen oder einen Raum völlig neu zu inszenieren – ihm eine neue Stimmung zu schenken.

Umso erstaunlicher ist es, dass sie hierzulande beim Einrichten oft stiefmütterlich behandelt werden und nicht selten erst am Ende der Wunschliste stehen. Im Orient kann man sehen, wie allein durch das Zusammenspiel von Architektur und Teppich traumhafte Räume geschaffen werden. Farben, Formen und Harmonien – meine Seele lacht, wenn meine Augen etwas Schönes sehen. Aus dieser Leidenschaft heraus bin ich zu Kelims gekommen und diese Begeisterung möchte ich mit meinen Kunden teilen.

Teppich vs. Kelim?
Grundlegend wird zwischen weben und knüpfen unterschieden. Während beim Teppichknüpfen Knoten an Knoten gesetzt wird entstehen beim Kelimweben die Muster durch die farbigen Schussfäden. Die unterschiedlichen Techniken, Symbole und Farben geben Auskunft über die Herkunftsgebiete und das Alter von Teppichen und Kelims. Die Anzahl der Knoten kann außerdem, insbesondere bei Seidenteppichen, ein Qualitätsmerkmal sein.

Es gibt auch verschiedenen „Mischformen", die beispielsweise nach Kelimart gewebt wurden und zusätzlich geknüpfte Elemente aufweisen. Oder auch kostengünstigere, getuftete Teppiche. Hier wird das Garn für den Flor per Hand oder maschinell in das Gewebe „eingeschossen". Die Florfäden werden nicht durch Knoten fixiert – stattdessen wird die Rückseite des Teppichs verleimt.

Nachwuchs im Teppichdesign?
Jürgen Dahlmanns – um nur ein Beispiel direkt aus Berlin zu nennen. Sein Label Rug Star ist sehr dynamisch und bietet eine unglaubliche, stilistische Vielfalt. Als Designer scheut Dahlmanns sich nicht davor, Konventionen aufzubrechen. Dadurch kann er wunderbar frei arbeiten. Er greift auch kunstgeschichtliche Motive auf – beispielsweise in der Kirchenfensterserie „Sacred“ – und interpretiert diese auf überraschende Art neu. So entstehen immer wieder Kollektionen, die begeistern und die ich immer wieder mit Freude präsentiere. 

Tipps für den Einkauf?
Eckpunkte wie minimale und maximale Größe sowie der persönliche Einrichtungsstil sind wichtig, aber die Entscheidung für einen Teppich oder Kelim ist für die meisten Menschen weniger rational, sondern am Ende eine Herzensangelegenheit. Sie verlieben sich einfach.

Worauf Sie beim Kauf aber in jedem Fall achten sollten – egal ob Sie nach einem modernen Teppich oder traditionellem Kelim suchen – sind handwerkliche Qualität und hochwertige, natürliche Materialien. Diese dünsten keine giftigen Chemikalien aus und bleiben über Jahrzehnte hinweg treue Begleiter.

Da es für Laien aber oft schwer ist, die Qualität der Materialien zu erkennen oder auch handgefertigte von maschinell gefertigten Produkten zu unterscheiden, ist eine umfassende Beratung wichtig – am besten nehmen Sie sich die Zeit und vereinbaren einen persönlichen Termin. Erfahrene Fachhändler können auf fundiertes Wissen und vielfältige Erfahrungen zurückgreifen und bei der Entscheidung helfen. Darüber hinaus geben Zertifikate wie „Label Step" oder „Good Weave" Aufschluss über Kriterien wie gute Arbeitsbedingungen, fairen Handel oder die Verwendung hochwertiger Materialien.

Lieblingsmaterial?
Hochwertige, fetthaltige Wolle ist ideal. Teppiche, die aus guter Wolle geknüpft werden, haben einen seidigen Schimmer und die Farben leuchten wunderschön. Manche Nomadenteppiche aus feiner Korbwolle wirken dadurch fast wie Seidenteppiche. Auch weist fetthaltige Wolle auf natürliche Weise Schmutz ab und ist sehr strapazierfähig. Aber auch andere Materialien wie Seide oder Hanf sind sehr gut geeignet. Kombiniert man diese miteinander können spannende Akzente gesetzt werden.

Lieblingsstück aus der Kollektion?
Ein Teppich mit Tschintamani-Motiv. Angefertigt mit Vintage-Wolle in West Anatolien. Er hat die Maße 448 x 326 cm.

Entdecken Sie Kiran Kelim & Teppich Kunst im 3. Stock des stilwerk Berlin.

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