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Boros Bunker & Feuerle Collection | Recycled Architecture

Zwei Monolithen aus Beton, die die Berliner Kunstszene aufmischen und als spektakuläre Bauten die Wucht des Bunkers umzudeuten wissen. Den Sammlern Christian Boros und Désiré Feuerle sei Dank.

In der Serie Recycled Architecture widmet sich stilwerk architektonischen Fossilien, die dank großer Visionen wieder zum Leben erwachen und als einzigartige Juwelen ganze Startviertel prägen – fantasievoll, elegant und inspirierend.

Auf der Suche nach spektakulären Ausstellungsorten entdeckten etwa in Berlin gleich zwei renommierte Kunstsammler ausrangierte Bunker für ihre Werke. „Boros Bunker“ in Berlin-Mitte diente nach seinem Bau 1942 als ziviler Schutzbunker, später als Militärgefängnis, Obst- und Gemüsekombinat und in den 1990ern als Technoclub. Bis Christian Boros, Agenturinhaber und Verlagschef, ihn 2003 kaufte, vier Jahre lang aufwändig umbaute und so auf 3000 Quadratmetern ein ungewöhnliches und beeindruckendes Zuhause für rund 700 (im Wechsel gezeigte) Werke zeitgenössischer Künstler schuf.

Zehn Jahre später eröffnete der Sammler Désiré Feuerle in einem ehemaligen Telekommunikationsbunker am Halleschen Ufer die „Feuerle Collection“. Bei ähnlicher Nutzung boten beide Bunker doch ganz unterschiedliche Voraussetzungen für die Kunst. Boros’ Reichsbahnbunker, der früher Menschen schützte, war schon in einzelne Räume gegliedert. „Ein Nachteil sind nur die kleinen Eingangstüren, die mich auf Werke bis 2,20 Meter beschränken“, erklärt Christian Boros, „alle größeren müssen gelagert werden, bis ich einen Bunker mit größeren Türen gefunden habe“.

Feuerles Monolith bietet riesige freie Flächen, deren Qualität der Londoner Stararchitekt John Pawson zusammen mit dem Berliner Büro Realarchitektur durch subtile Eingriffe in Szene setzte. Eine Gemeinsamkeit haben die beiden Kunstbunker aber doch: Wie Boros ließ sich auch Feuerle auf dem Dach seines massiven Baus ein Penthouse errichten.

Auch viele Privatleute sehen in einer alten Fabrik oder Werkstatt ihren Traum von einem ganz besonderen Zuhause zum Greifen nah. So ein Umbau bedarf zwar einer ordentlichen Portion Risikobereitschaft, dafür sind Industriebrachen meist günstiger zu haben und versprechen riesige Flächen, kathedralenartige Räume und romantischen Ruinencharme. Dabei stellen mal die Räume selbst, die nicht für das Wohnen zugeschnitten wurden, die größte Herausforderung an die Planer, dann wieder sind es die Energieeffizienz oder sogar Kontaminierungen, welche die Bauherren harsch aus ihren Träumen reißen. Doch wer durchhält, wird belohnt.

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Dieser Text ist Teil eines Beitrags aus dem stilwerk Magazin „Wunder", geschrieben von Amelie Osterloh für stilwerk. Die aktuelle Ausgabe des stilwerk Magazins „anders“ gibt es zum Mitnehmen in den stilwerk Häusern Berlin, Düsseldorf und Hamburg und im ausgewählten Zeitschriftenhandel.

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