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Casa Brutale | Laertis-Antonios Ando Vassiliou

Der Sohn eines Griechen und einer Japanerin hat eines der spektakulärsten Häuser aller Zeiten entworfen. Sein Credo: „Man lebt nur einmal.“

Das Dach ist ein Swimmingpool, die Front komplett aus Glas – und das Ganze liegt hoch oben, direkt in den Felsen. Für die Luxusvilla muss ein großes Stück aus dem Stein gehauen werden, daher passt der Name, den der griechische Architekt Laertis Vassiliou und sein Kollege Pantelis Kampouropoulos sich ausgedacht haben: Casa Brutale. Das Verrückteste aber ist, dass der Entwurf nun tatsächlich realisiert wird. Aber was heißt hier verrückt? Vassiliou und Kampouropoulos haben immer an ihre Vision geglaubt. „Wir wollten unbedingt etwas bauen, was es so noch nicht gegeben hat“, sagt Vassiliou. Inspiriert wurden sie für ihre Casa Brutale von der Villa Malaparte, die der Schriftsteller Curzio Malaparte 1942 auf der italienischen Insel Capri errichten ließ – auf einem Felssporn, 30  Meter über dem Meer. Durch den Film „Die Verachtung“ mit Brigitte Bardot und Michel Piccoli wurde sie weltbekannt, die New York Times kürte die Architekturikone zum schönsten Haus der Welt.

Natürlich ist die Casa Brutale noch spektakulärer. Vor allem die einseitige Komplettverglasung ist ein zentrales Element des Gebäudes. Auf dem Villendach wird ein Pool mit verglaster Unterseite integriert — wer im Wohnzimmer sitzt, kann den Badenden oben beim Plantschen zusehen. Als Baumaterialien für das kühl-minimalistische Haus sind Holz, Beton und Glas vorgesehen. Als Laertis und Pantelis ihren Entwurf ins Netz stellten, meldeten sich Architekten, Journalisten, Designer – und schließlich ein Geschäftsmann aus Beirut. Immobilienmogul. Im Frühjahr wurden die Verträge unterzeichnet. Seit September werden die Pläne umgesetzt. Außerhalb von Beirut, in den Bergen, 1.600 Meter hoch. Auf Wunsch bekommt die Casa Brutale ein paar mehr Zimmer und 270 statt 180 Quadratmeter. Bei gutem Wetter ist in der Ferne das Meer zu sehen. Und die genialen Erfinder? Laertis fährt immer noch jeden Morgen in sein kleines Office mit vier Mitarbeitern in Haarlem bei Amsterdam, Kollege Pantelis betreibt mit sechs Freelancern die Zweigstelle auf Rhodos. Sie erhalten jetzt Einladungen zu Competitions, eine, die für den Mobile World Congress in Barcelona, haben sie sogar gewonnen. Entscheidend ist für sie das Gefühl, tatsächlich sowas wie die Sterne vom Himmel geholt zu haben.

Meine Message lautet: Think big! Mach etwas, von dem du selbst total überzeugt bist, man lebt schließlich nur einmal.

, sagt Laertis. Das provoziert die Frage nach dem nächsten großen Ding. Und die Antwort ist so überraschend wie die Casa Brutale: „Ich wünsche mir finanzielle Unabhängigkeit – und dann möchte ich ein Buch schreiben. Zwei, drei Ideen habe ich schon im Kopf.“

Dies ist ein Beitrag aus dem stilwerk Magazin „HALTUNG“, verfasst von Ulrike Engels. Die aktuelle Ausgabe des stilwerk Magazins „anders“ gibt es zum Mitnehmen in den stilwerk Häusern Berlin, Düsseldorf und Hamburg und im ausgewählten Zeitschriftenhandel. .

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