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Charlotte Perriand

Die großartige Charlotte Perriand hat in beinahe 100 Jahren Lebenszeit nicht nur bedeutende Einrichtungsgegenstände entworfen, sondern als sozial engagierte Architektin auch in der öffentlichen Architektur bedeutende Spuren hinterlassen.

Charlotte Perriand, 1903 in Paris geboren, studierte Innenarchitektur an der Union Centrale des Arts Décoratifs in Paris, bricht jedoch mit dem traditionellen Kunstgewerbe und beginnt Möbel zu entwerfen. 1928 folgte Perriand der Einladung von Le Corbusier  in seinem Studio zu arbeiten. Inspiriert von den bauhaus-Ikonen Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe entsteht hier Ende der 1920er Jahre auch die legendäre Sitzmöbelkollektion „LC“ in Zusammenarbeit mit Le Corbusier und dessen Cousin Pierre Jeanneret.

Wie viele andere führende Intellektuelle und Künstler ihrer Zeit trat Perriand 1931 der Association des Écrivains et Artistes Révolutionnaires bei, um sich den totalitären Entwicklungen in Europa entgegenzusetzen. Als passionierte Fotografin gestaltete sie in dieser Zeit gemeinsam mit dem Kubisten Fernand Léger die grafische Präsentation des Agrarprogramms für die französische Volksfront.

In den 1940er Jahren reiste sie als Beraterin für Kunst und Kunsthandwerk des japanischen Ministeriums für Handel und Industrie nach Japan und verbrachte dort und in Indochina insgesamt sechs Jahre. Die dort gesammelten Erfahrungen mit dem fernöstlichen Minimalismus sollten ihre weitere Arbeit als Designerin nachhaltig prägen.

Perriands große Liebe aber galt immer schon den Bergen, in denen sie diverse Projekte realisierte: Von 1968 bis 1978 arbeitete sie beispielsweise gemeinsam mit Pierre Jeanneret am Ausbau der Skistation „Les Arcs" in Bourg-Saint-Maurice. Ziel war es, dass Natur und Umgebung nicht mehr darunter leiden, als bei so einem Vorhaben irgendwie unvermeidbar. Perriand koordinierte hierfür zahlreiche Architekten, Urbanisten, Ingenieure und Grafiker für ein stimmiges Ergebnis. Gleichzeitig leistete sie auch selbst Beiträge, die die Architektur, Urbanistik oder Ausstattung des Skikomplexes betrafen.

Ihr Konzept für ein Fertighaus-Refugium mit dem Namen „Tonneau", das Perriand ebenfalls für die Berge erdachte, wurde allerdings nur einmal zu Messezwecken von Cassina im Jahr 2012 realisiert. „Tonneau“ war von einem Karussel inspiriert und unterstreichte Perriands Trendenz zur runden Form. Die Künstlerin und Architektin arbeitete bis ins hohe Alter schier unermüdlich: Noch 1993 wurde ein von ihr gestalteter Teepavillon der Unesco in Paris eröffnet. Mit 94 Jahren entwarf sie ihren letzten Tisch aus Holz und Stahl, mit 95 erschien ihr autobiografisches Werk „Une vie de création".

Die legendären Möbeldesigns von Charlotte Perriand werden heute vom Hersteller Cassina produziert, den SIe bei im stilwerk Berlin bei minimum und im stilwerk Hamburg clic Inneneinrichtung finden. 

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