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Der Kunststoffkult

Unter den Möbeln von Kartell sind echte Klassiker. Schon in den Sechzigern erschuf die Marke erste Kultmöbel. Bis heute bringt sie jedes Jahr überraschende Entwürfe namhafter Designer wie Philippe Starck oder Patricia Urquiola hervor. Und auch Rockstars wie Lenny Kravitz dürfen mitmischen.

Wenn man Claudio Luti von seinen Möbeln plaudern hört, dann sieht man lauter Einser-Schüler vor sich. Da ist zum Beispiel „Louis Ghost“. Philippe Starck entwarf den Esstischstuhl nach dem Vorbild eines klassisch-französischen Möbels. Verspielte Schnörkel treffen auf ein top-modernes Material. Egal ob in Tokio oder Kopenhagen, das gute Stück ist international ein Bestseller.

Wir waren die ersten, die mit transparentem Kunststoff arbeiteten. Wenige Jahre später machte es jeder,

sagt der CEO und Inhaber von Kartell. Die ersten zu sein und immer wieder Innovationen hervorzubringen, macht die Geschichte von Kartell aus. 1949 wurde sie von Lutis Schwiegereltern gegründet, er stieg 1988 ein. Auch wenn schon vor Claudio Lutis Zeit echte Klassiker wie das runde Aufbewahrungssystem „Componibili“ von Anna Castelli Ferrieri aus dem Jahr 1968 entstanden, nahm das Unternehmen erst mit Claudio Luti richtig Fahrt auf: So holte der ehemalige Versace-Partner wichtige Designer an Bord. Er fädelte die Zusammenarbeit mit Philippe Starck ein, der nun seit 1988 fast jährlich Sofas, Stühle, Tische und Hocker für Kartell entwirft. Neben dem „Louis Ghost“-Stuhl (2000) stammen so beispielsweise auch der „Victoria Ghost“-Stuhl (2005), der „Masters“-Stuhl (2009),  die „Uncle Jack“-Bank (2014) oder zuletzt der „Madame“-Sessel (2015) aus seiner Feder.

Wir bekommen Projekte aus aller Welt zugeschickt. Doch wir arbeiten lieber intensiv mit einer Handvoll Designern zusammen und pflegen mit ihnen eine enge Beziehung, 

sagt Claudio Luti. Er führe selbst die Gespräche und betreue den Entstehungsprozess der Möbel. Immer wieder sind es nicht nur Produktdesigner, sondern auch Größen aus der Modewelt oder aus dem Musikbusiness, mit denen Kartell kooperiert. So ließ Claudio Luti das italienische Modehaus Missoni und Rockstar Lenny Kravitz seine Möbel in neue Gewänder kleiden. Auf diese Weise erhielt der schlichte Kunststoffsessel „Mademoiselle“ mal einen fröhlich-kunterbunten Bezug, mal ein verruchtes Fell.

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Doch sind Möbel aus Kunststoff überhaupt noch zeitgemäß, in einer Zeit, in der immer mehr Firmen auf natürliche Materialien wie Holz oder Leder setzen? Claudio Luti sieht das gelassen. Zum einen kombiniert er selbst zuhause Plastik-Stühle mit Antiquitäten und zum anderen setzt auch Kartell auf den angesagten Material-Mix. Den Sessel „Comback“ von Patricia Urquiola aus dem Jahr 2012 gibt es zum Beispiel auch mit Beinen aus lasiertem Buchenholz.

Wer sich einen Überblick über Kartells Geschichte verschaffen möchte, der kann das hauseigene Museum in der Nähe von Mailand besuchen, das 2015 renoviert und mit einer Installation von Stefano Arienti wiedereröffnet wurde. Mehr als 1.000 Produkte gibt es dort zu sehen, aber auch Fotos, Skizzen oder Prototypen.

Kartell im stilwerk
Möbel und Wohnaccessoires der italienischen Kultmarke Kartell gibt es im stilwerk Berlin und Düsseldorf sowie online in unserem stilwerk shop.

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