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Design Post | Recycled Architecture

Hier geht die Post ab – der zweite Frühling der einstigen Wagenhallen des Paketpostamts in Köln-Deutz: ein Showroom für Design-Produkte. Doch die Vergangenheit darf im Industriecharme des Gebäudes stylish weiterleben.

In der Serie Recycled Architecture widmet sich stilwerk architektonischen Fossilien, die dank großer Visionen wieder zum Leben erwachen und als einzigartige Juwelen ganze Stadtviertel prägen – fantasievoll, elegant und inspirierend.

Einst reisten von hier aus Tante Gretels Weihnachtspäckchen per Eisenbahn in die Welt. 1914 baute die Kölner Oberpostdirektion eine Dreigelenkbogenhalle, um sie als Postbahnhof zu nutzen. Die Bahnsteighalle erinnerte stilistisch an den Frankfurter Hauptbahnhof, denn auch in der achtschiffigen Kölner Halle waren Gleisanlagen verbaut. Das Paketpostamt galt als eine der wichtigsten Schaltstellen im weltweiten Logistikverkehr, doch irgendwann überrollte es der Fortschritt. 1988 wurde es unter Denkmalschutz gestellt, bis 1995 diente es noch als Post-Bahnhofshalle – aber dann? Zum Abreißen war der Kasten zu geschichtsträchtig, zur Nutzung für neue Zwecke die Architektur zu speziell. So wurde es erstmal ziemlich leise in den einst lärmdurchtosten Hallen. Bis das niederländische Büro „architecten O III“ 2006 das Potenzial des Industriegebäudes erkannte und in Abstimmung mit dem Stadtkonservator ein Konzept zur Umnutzung entwickelte. Heute ist das alte Postamt unter dem Namen „Design Post“ ein Showroom für internationale Designprodukte und lockt mit industriellem Charme.

Gepostet von Design Post Köln am Mittwoch, 17. Januar 2018
Gepostet von Design Post Köln am Freitag, 17. Januar 2014

„Die Stahlkonstruktion ist wirklich hervorragend erhalten“, schwärmt Frank Kirschbaum, Mitarbeiter des Teams „Design Post“. Die denkmalgeschützte Tragstruktur blieb nicht nur von außen, sondern auch im Innenbereich sichtbar, dazu wurden Glasfassaden eingebaut. Die eingestellten Baukörper sind eher offen gehalten, technische Details wie Elektrobrücken werden offen gezeigt.

Die Architekten haben es geschafft, eine Sprache zu finden, die es mit wenigen Informationen erlaubt, das neu Dazugesetzte von dem historisch Vorhandenen zu unterscheiden,

so Kirschbaum. Die alte Konstruktion hat einen grau-blauen Ton, neue Elemente sind in hellen Farbtönen gehalten. „Man spürt diesen Kontrast zwischen dem modernen Design und der Industriearchitektur. Ich sehe überall auf Nieten und andere historische Verweise – das funktioniert sehr gut.“

Doch bei aller Euphorie sollen auch die Probleme der baulichen Gegebenheiten nicht verschwiegen werden. „Wir brauchten eine gute Glasisolierung und nutzen Fernwärme“, erklärt Kirschbaum. „Heute wird alles durch eine Fußbodenheizung temperiert. Aber was die Energiebilanz angeht, wird das Gebäude wohl immer eine Herausforderung bleiben.“

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Dies ist ein Beitrag aus dem aktuellen stilwerk Magazin „anders", geschrieben von Julia Neumann für stilwerk. Das Magazin gibt es zum Mitnehmen in den stilwerk Häusern Berlin, Düsseldorf und Hamburg und im ausgewählten Zeitschriftenhandel.

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