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Die Hamburger Salat-Revolutionäre

Wie kann man möglichst umweltschonend, platzsparend und effizient Salat anbauen, der frei von Pestiziden ist und noch dazu fantastisch schmeckt? Ein Besuch bei Mark Korzilius und Isabel Molitor und ihrem Start Up „Farmers Cut“ in der Hamburger City.

Was nach Science-Fiction klingt, ist schon längst Realität und nennt sich „Vertical Farming“. Bei dieser Methode wird nicht, wie üblich, horizontal auf großen Feldern angebaut, sondern vertikal auf mehreren Ebenen. So wachsen in der riesigen Halle von Farmers Cut in Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs auf neun übereinanderliegenden Wachstumsebenen über 80 verschiedene Salatsorten, die mittels LED-Leuchten mit simuliertem Sonnenlicht bestrahlt werden.

Besser als Salat vom Acker
Der wohl wichtigste Vorteil gegenüber traditionellen Anbaumethoden besteht darin, dass bei Vertical Farming kein Einsatz von Pestiziden notwendig ist. Da die Pflanzen in einem geschlossenen Raum wachsen, können keine Insekten, Pilzsporen oder Unkrautsamen eindringen. Zudem ermöglicht  das vertikal ausgerichtete Anbauverfahren eine enorme Platzersparnis.

Unsere Indoor-Farm kann mit ihren 1.000 Quadratmetern ganze 30.000 Quadratmeter Ackerfläche ersetzen

, so Korzilius. Das macht das Konzept besonders für Großstädte mit weltweit wachsenden Bevölkerungszahlen interessant. Da auch das Wetter „indoor“ keine Rolle spielt und die Temperatur- und Lichtverhältnisse kontrollierbar sind, kann bis zu 16 Mal im Jahr geerntet werden. Der Clou dabei: Die Salatblätter werden mit den Wurzeln herausgezogen, sodass die Nährstoffe in der Pflanze bis zum Verzehr erhalten bleiben. Das zeigt sich auch am Geschmack: Dieser ist viel intensiver als bei herkömmlichem Salat, der oft lange Transportwege hinter sich hat, bevor er auf unserem Teller landet. 

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Geballtes Know-How
Erstes Branchenwissen brachte das Unternehmerduo bereits vor der Gründung von Farmers Cut im Jahr 2015 mit. Die Marketing-Fachfrau Isabel Molitor studierte und arbeitete in New York, wo sie wertvolle Einblicke in die Vertical Farming-Szene erhielt. Seitdem fasziniert sie die Verknüpfung von Technologie, Urbanisierung und Ernährung.

Ihr Geschäftspartner Mark Korzilius verfügt über umfangreiches Know-How aus der Gastronomie. Einst Mitgründer von Vapiano, einer weltweit erfolgreichen Restaurantkette im Bereich „Fresh Casual“, weiß er, worauf es bei einem Projekt dieser Art ankommt. Durch Reisen zu den Vorreitern operativer Indoor Vertical Farmen in Japan und Holland sowie täglichen Austausch mit ihren technischen Partnern und Pflanzenbiologen erweitern die Start-Up-Gründer fortlaufend ihr Wissen.

Noch bedienen die beiden mit ihrem visionären Konzept einen Nischenmarkt. Falls das Hamburger Pilotprojekt allerdings erfolgreich ist, soll es weltweit ausgerollt werden. Der Zukunftswunsch von Farmers Cut: mit weltweit 20 Farmen die heutige Lebensmittellieferkette in eine nachhaltigere verwandeln und ein Bewusstsein unter Stadtbewohnern schaffen, dass über nur bio hinausgeht. Erste prominente Kunden gibt es schon: Der Salat von Farmers Cut wird unter anderem vom Hamburger Starkoch Tim Mälzer verwendet.

Text: Nicole Niewiadomski für stilwerk

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