Editor's Pick: Madame d'Ora

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlieh Madame d’Ora der Wiener und Pariser Gesellschaft und Künstlerbohème mit ihren Portraitfotografien einen Hauch französischer Eleganz. Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg widmet der Künstlerin aktuell eine umfassende Retrospektive.

Madame d’Ora, 1881 als Dora Philippine Kalmus in einer großbürgerlich-jüdischen Wiener Familie geboren, eröffnete 1907 ihr erstes Atelier. Schnell avancierte sie zu einer der beliebtesten Fotografen der Wiener High Society und der Künstlerszene: Ballettimpresario Marquis de Cuevas, Schauspieler Maurice Chevalier, Schriftsteller Arthur Schnitzler, die skandalumwobenen Nackttänzerinnen Anita Berber und Josephine Baker, Größen der Modewelt wie Coco Chanel oder Madame Agnès sowie die die russische Primaballerina Anna Pawlowa – sie alle ließen sich von Madame d’Ora ins rechte Licht rücken. 1917 begleitete sie als Portraitistin sogar die Krönung Kaiser Karls zum König von Ungarn mit ihrer Kamera.

Ihre Bilder sind allerdings keine authentischen Charakterportraits. Die Fotografien aus dem Atelier d’Ora spiegeln stattdessen den Anspruch der Abgelichteten auf einen Platz in der Welt der schönen, gebildeten und berühmten Menschen. Ihre Modefotografien, die in renommierten Zeitschriften wie „Sport und Salon“, „Die Dame“, „Uhu“ oder „Das Magazin“ erschienen, dienen ebenfalls weniger der Präsentation neuer Kollektionen der Modeschöpfer. Vielmehr prägen sie das neue Bild der Frau des noch jungen Jahrhunderts – selbstbewusst, mit knabenhafter Kurzhaarfrisur, Zigarette und seidenbestrumpftem Bein.

Der zweite Weltkrieg sorgte für eine abrupte und radikale Veränderung im Leben und Schaffen der jüdischen Fotografin. Sie schloss ihr Atelier in Wien und versteckte sich bis Kriegsende in Südfrankreich. Ihre Schwester kam in einem Konzentrationslager ums Leben. Die traumatischen Ereignisse dieser Zeit prägten die Künstlerin, die sich in der Nachkriegszeit als Sozialreporterin dem Schicksal der Flüchtlinge widmete. In den 1950er Jahren entstanden außerdem zwei bis heute verstörende Serien über Schlachthöfe, die als Spiegel der Gräuel des faschistischen Regimes interpretiert werden können.

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) eröffnete im Dezember 2017 in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes aus Wien eine umfassende Retrospektive mit rund 250 Exponaten unter dem Titel „Madame d’Ora. Machen Sie mich schön!“. Neben rund 170 fotografischen Arbeiten werden auch einige Modeobjekte der Epoche in der Ausstellung in Hamburg inszeniert.

stilwerk_editors_pick_mkg_madame_dora_ausstellung_page_02

Auf der stilwerk Facebook-Seite haben Sie aktuell und noch bis zum 28. Januar 2018, 20 Uhr Teilnahmeschluss, die Chance, 2x2 Freikarten für die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe zu gewinnen: 

Ausstellung: bis 18. März 2018
Ort: Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg

News
17.03.2019
72/100 | LC5 von Le Corbusier, Pierre Jeanneret & Charlotte Perriand
Anlässlich des 100-jährigen Gründungsjubiläums des bauhauses stellen wir 100 Dinge aus dem faszinierenden...
News
01.03.2019
Re:Form
Das Bauhaus – eine der wichtigsten Schulen der Moderne – wird 100. Zum Jubiläum feiert das stilwerk...
News
22.02.2019
Frühlingswochen | Ligne Roset
In der Zeit vom 7. bis zum 30. März 2019 erhalten Sie bei Ligne Roset im stilwerk Berlin, Düsseldorf...
News
07.03.2019
#einefragedesdesigns: Ineke Hans
Brauchen wir in der Zukunft weniger Dinge? Die niederländische Designerin Ineke Hans über Helden, Lieblingsstücke und eben auch die Zukunft...
News
08.03.2019
#trustthegirls. Design. Emanzipiert.
Von Vorreitern der Moderne wie Charlotte Perriand und Greta M. Grossman über Multitalente wie Patricia Urquiola bis zu Nachwuchsdesignern wie Elisa Strozyk und Signe Hytte – Design von und für Frauen ist einfach gut. Die Designwelt ist bis heute ein von Männern dominiertes Feld. Zum Weltfrauentag präsentiert stilwerk deshalb starkes Design von und für...
News
03.12.2018
Kein nettes Hobby für nette Mädchen.
Die Geschichte des bauhaus ist eine Geschichte der Männer. Sie hatten an der legendären Kunstschule nicht nur das Sagen, sondern drängten die Studentinnen systematisch ins Abseits. Höchste Zeit also, Geschichte anders zu erzählen — und zu zeigen, dass die bauhaus Frauen alles andere als Randfiguren waren. Alle Zeichen stehen auf Rot. Und auf Blau....
News
03.03.2019
70/100 | Cadre von Trude Petri
Anlässlich des 100-jährigen Gründungsjubiläums des bauhauses stellen wir 100 Dinge aus dem faszinierenden bauhaus Repertoire vor. Heute die...

Schön, dass Sie da sind!

stilwerk schenkt Ihnen die limitierte Auflage des neuen stilwerk Magazins „anders“. Sie müssen sich dafür nur zum stilwerk Newsletter anmelden und wir schicken Ihnen Ihr persönliches Exemplar direkt nach Hause.*
So erfahren Sie zukünftig alles exklusiv und aus erster Hand: Trends, Ausstellungen, Verlosungen oder Events – in Berlin, Düsseldorf und Hamburg lässt sich immer etwas Neues entdecken.
Für stilwerk ist Design alles. Jeden Tag. Rund um die Uhr.

*Die Teilnahmebedingungen zu der Aktion finden Sie hier ›.

Jetzt noch ein paar Details…

Zurück

Willkommen im stilwerk!

Nur noch ein Klick, dann sind Sie dabei.
In Kürze erhalten Sie eine personalisierte E-Mail mit einem Bestätigungslink und der Möglichkeit, Ihre Daten zu vervollständigen.
Wir freuen uns.

Fehler