Editor’s Pick: Nikola Bašićs Ode an die Natur

Wo der Ozean ein Konzert gibt und der Boden die Sonne grüßt: an der kroatischen Adriaküste bietet sich den Besuchern von Zadar ein einmaliges Schauspiel.

Auf Kroatisch heißt sie „Morske orgulje“ – die Seeorgel, die mit ihren mystisch-klingenden, vom wellenrauschen begleiteten Tönen die Uferpromenade von Zadar verzaubert. Nur ein paar Meter weiter dann „Pozdrav suncu“, eine solarbetriebene Lichtinstallation als Ode an die Leben bringende Sonne. Beide Werke stammen aus der Feder des Architekten Nikola Bašić und gelten als Wahrzeichen der dalmatischen Hafenstadt an der Adriaküste. 

Während des Zweiten Weltkriegs war Zadar eine deutsche Garnisonsstadt und wurde über 70 Mal von Alliierten Bombern attackiert. In den darauf folgenden Jahren wurde das zerstörte, nördliche Ufer mit einer schmucklosen Betonpromenade befestigt. Und obwohl 1964 der weltbekannte, britische Autor Alfred Hitchcock nach einer Nacht an diesem Ufer sagte, dass Zadar den schönsten Sonnenuntergang der Welt habe, blieb die Promenade meist menschenleer.

Zur Jahrtausendwende setzte sich das Projekt „Nova Riva“ das Ziel, dies zu ändern und die nachkriegszeitliche Betonmauer zu erneuen. Teil des Projekts: Nikola Bašić. 1946 auf der südlich von Zadar gelegenen Insel Murter geboren, studierte er Architektur an der Universität Sarajevo und entwickelte Anfang der 2000er Jahre die Konzepte für die Seeorgel und den Sonnengruß – beide an der Grenze zwischen urbaner Architektur und Kunst.

Die Seeorgel
Ein Konzert aus Wind und Wellen. Rhythmisch pulsierend. Endlos. Unter den Steintreppen am Ufer Zadars verbirgt sich ein ausgeklügeltes System aus Röhren, dass – abhängig von Windrichtung und Wellengang – fast überirdische klingende Töne erzeugt. 2006 wurden die Orgel mit dem European Prize vor Urban Public Space ausgezeichnet. 

Der Sonnengruß
Ein Lichtspiel im Rhythmus der Wellen. Angetrieben von Sonne und Meer. Der Sonnengruß hat einen Durchmesser von 22 Metern und besteht aus mehr als 300 mehrlagigen Glaselementen. Tagsüber wird durch die unter dem Glas liegenden Photovoltaikelemente und die benachbarte Seeorgel Strom gewonne. Aktiviert beim Sonnenuntergang begleitet dann eine bunte Lichtinstallation die Klänge der Seeorgel auf der Uferpromenade und bietet die Bühne für zahlreiche Festtage Zadars. 

Ähnlich wie die „Wave Organ“ des amerikanischen Künstlers Peter Richards in San Francisco/USA, der „Singing Tree“ des britischen Architekturbüros Tonkin Liu in Burnley/England oder Windharfen wie die „Aeolian Harp of Mazzano“ in Verona/Italien, sind Nikola Bašićs Seeorgel und Sonnengruß eine Hommage an die Kraft und Schönheit der Natur.

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