#einefragedesdesigns: Anke Salomon

Für ihren Entwurf der filigranen „Miena"-Schalen gewann Anke Salomon den German Design Award 2018 in der Kategorie Bad und Wellness. Mit stilwerk spricht die Produktdesignerin über Stilikonen und die Kraft der Emotion.

Die 38-Jährige Anke Salomon ist bekannt für Ihr besonderes Gespür für filigrane, sinnliche Badobjekte. Seit mehreren Jahren verbindet sie eine erfolgreiche Design-Kooperation mit dem Premium-Badhersteller Kaldewei, für den sie schon 2015 die harmonischen Badkollektionen „Incava" und „Silenio" aus Stahl-Email entwarf. 2017 kam die faszinierend dünnwandige Waschtisch-Schale „Miena" hinzu, die bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Die Klarheit und Natürlichkeit des skandinavischen Stils, der sich in Salomons Kreationen widerspiegelt, wurde bereits in ihren Studienjahren geprägt: Anke Salomon studierte erst in Braunschweig, später im schwedischen Umeå. Zunächst liebäugelte sie mit der Architektur, entschied sich dann aber doch für die kleinen, berührbaren Dinge: das Produktdesign. Ihre Berufung führte sie 2004 zu Phoenix Design in Stuttgart – ein Studio das unter anderem für Hansgrohe und AXOR gestaltet. Salomon arbeitete hier an den Waschtischlinien „Talis E2" und „Focus E2", der Handbrause „Croma 100" und dem „RaindanceRainfall"-System des Herstellers Hansgrohe.

2007 wechselte Salomon zu Tesseraux + Partner: zuerst als Freelancer, später als Partner. Hier wirkte sie am Innenaustattungskonzept der „b3"-Küche vom Küchenhersteller bulthaup mit. 2013 gründete die gebürtige Berlinerin schließlich ihr eigenes Designbüro in Potsdam. Zu ihren Kunden zählen neben Kaldewei unter anderem auch der Messerspezialist Wüsthof sowie nach wie vor die Küchenexperten von bulthaup, für die Anke Salomon nach der Finalisierung ihres Konzepts für das Innenleben der „b3"-Küche auch den passenden Speise-/Vorratschrank mit dreitiliger Aufteilung und innenliegenden Schiebeelementen entwarf und am inspirativen Concept bulthaup Milano 2016 zum Salone del Mobile mitwirkte.

Im Interview mit stilwerk spricht die Designerin über Stilikonen und die Kraft der Emotion.

Initialzündung?
Ich komme von der Keramik. Als Kind habe ich die ganze Verwandtschaft kontinuierlich mit Figuren und Schalen beglückt. Später lernte ich, dass es auch sinnvoll sein kann, manche Dinge wieder zu verwerfen und wirklich an einem so lange zu arbeiten, bis es genau so ist, wie ich es wollte. Mit dem Material habe ich sehr viel über Formen und Proportionen gelernt.

Liebstes Designstück im Alltag?
Aktuell ist es die große runde „Miena“-Schale, die ich gemeinsam mit Kaldewei entwickelt habe. Die Waschtisch-Schalen wurden auf der ISH Messe 2017 vorgestellt und wir haben sie auch direkt bei uns zuhause im Bad eingebaut. Ich liebe die elegante, geradlinige Form und die Leichtigkeit der dünnen Wandstärke. Gibt es etwas Schöneres, als das Resultat einer langen Teamarbeit endlich benutzen zu dürfen?

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„Miena“

Lieblingsplatz zu Hause?
Mit den Kindern und deren Freunden ist oft sehr viel Trubel im Haus. Ich habe bei uns ein eigenes Plätzchen nur für mich mit einem großen Fenster und weitem Blick bis zum Wasser. Hier kann ich ungestört sein, vor mich hin werkeln und die Ruhe genießen.

Kreativster Ort?
Es ist gar nicht so entscheidend wo, sondern wie. Ich brauche viel Luft, Licht und Ordnung. Wenn es unordentlich ist, muss ich das Chaos erst einmal beseitigen, bevor es richtig losgehen kann. Ein guter Kaffee dazu ist auch niemals verkehrt.

Helden?
In Sachen Design sind es diejenigen, die es schaffen mit ihren Produkten und Werken positive Emotionen zu wecken. Wenn man ein Produkt anschaut und sich freut, dass man es gefunden hat, weil es einfach perfekt funktioniert, elegant ist oder durch Humor ein Schmunzeln hervorruft, dann hat das Team, das dahinter steht, große Arbeit geleistet. Für mich ist solch ein Produkt der runde gusseiserne Topf von Timo Sarpaneva für iittala, besonders auch vor dem Hintergrund, dass das Design bereits aus dem Jahr 1960 stammt, eine zeitlose Ikone.

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Lieblingsmaterial?
Im Alltag besitze ich eher wenige Dinge und das was ich habe, benutze ich sehr lange. Daher bevorzuge ich Materialien, die langlebig sind oder in Schönheit altern.

Stil?
Einige Zeit habe ich in Nordschweden gelebt. Im Norden ist man der Natur näher, die alles andere ist als lieblich. Die rauen Steine, die tiefe Dunkelheit mit ihren Nordlichtern, die Weite, das kühle Klima, die reduzierten Farben oder auch die langen Sommernächte, dies sind Eindrücke, die man behält. Durch die Skandinavier stark beeinflusst würde ich meinen Stil als reduziert, aufgeräumt und klar beschreiben, aber immer mit einer gewissen Wärme.

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