#einefragedesdesigns: Jürgen Dahlmanns

Seit 15 Jahren schafft Jürgen Dahlmanns mit seinem Teppichlabel RUG STAR Kunst zum Anfassen.  Mit stilwerk spricht der Architekt über Lieblingsstücke und Kreativität.

Jürgen Dahlmanns, 1967 an der deutsch-niederländischen Grenze mitten in die bunte Hippiebewegung hinein geboren, zog mit 16 nach West-Berlin. Hier studierte er zunächst Politikwissenschaften, dann Architektur. Nach seinem Diplom half er 1998 bei der Entwicklung des MuseumQuartiers in Wien, dem größten Museum Europas. Heute gilt er als einer der erfolgreichsten deutschen Teppichdesigner. Sein eigenes Label RUG STAR gründete er 2002 in Berlin.

Mit RUG STAR vereint Dahlmanns traditionelles Handwerk handgeknüpfter Teppiche mit zeitgenössischem Design und schafft damit beeindruckende Einzelstücke – Kunst zum Anfassen. Hergestellt werden die Teppiche in zwei Manufakturen: In Tibet/Nepal entstehen handgefertigte Stücke, bei denen jeweils drei Fäden gleichzeitig geknotet werden, was die Mischung von Farben und Materialien direkt am Knoten erlaubt. In Indien wiederum entstehen Neuinterpretationen des klassischen Perserteppichs, bei denen nur mit einem Faden pro Knoten gearbeitet wird. Dadurch können feine Muster und aufwändige Bilder umgesetzt werden.

Erfahren Sie mehr über den Mann hinter dem Design: Im Interview erzählt Jürgen Dahlmanns über seine Lieblingsstücke, Reisen und Kreativität.

Initialzündung?
Als frischer Architekturstudent bin ich im Alter von 23 Jahren nach Nepal gereist und habe das Annapurna Gebirge umrundet, über den Thorong La Pass mit 5.400 Höhenmetern zum heiligen Pilgeroret Muktinath. Ungefähr auf der Höhe von Jomsom bei 2.800 Metern hat mir ein Bergbauer einen alten Tibeterteppich verkauft. Zurück in Berlin habe ich mich in die Kulturgeschichte der Tibeterteppiche hineingelesen und damit begann meine Leidenschaft für handgeknüpfte Teppiche, die mich nie wieder los ließ.

Designstücke im Alltag?
Ich liebe die Arbeiten des dänischen Designers Finn Juhl aus den 1940er Jahren, sie werden seit 2001 wieder von The One Collection in perfekter Verarbeitung herausgegeben. Zu Hause lebe ich mit seinen „109 Chairs“, dem „Pelican Chair“ und seinem „Bench Table“. Es fehlt mir nur noch der „Chieftain Chair“ –  1949 entworfen und seit 2002 wieder auf dem Markt.

Lieblingsplatz zu Hause?
Ich wohne in einer alten Gerberei von 1880 nicht weit vom Potsdamer Platz im Zentrum von Berlin. In meinem Wohnzimmer habe ich ein Sofa von Piero Lissoni, welches er 2006 für The Republic of Fritz Hansen entworfen hat. Ich liebe es sehr. Aber weder dieses Sofa noch die Sessel von Finn Juhl bringen mich von meinem absoluten Lieblingsplatz weg: Mein Esstisch aus europäischem Nussholz. Ein guter Freund aus Berlin hat ihn mir gebaut, für die vielen Freunde die am Abend zu Besuch kommen. Ich liebe es am Tag ganz alleine an diesem riesigen Tisch zu sitzen und nachzudenken.

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Kreativster Ort?
Meine Firma RUG STAR gibt es nun seit 15 Jahren, in dieser Zeit hat sich meine Reisetätigkeit jedes Jahr erhöht. Heute bin ich vielleicht 70 Prozent meiner Zeit auf Reisen und nur vier Monate im Jahr zu Hause in Berlin. Schon aus diesem Grund musste ich mir angewöhnen an den unmöglichsten und meist öffentlichen Orten, wie Flughäfen und Wartehallen, kreativ zu sein. Es braucht etwas Disziplin, aber dann kann man die unglaublichsten Gedankenreisen machen. Der Geist dieser verschiedenen Orte spielt sich dann in die Poesie des kreativen Prozesses hinein, darauf könnte ich heute kaum noch verzichten.

Helden?
Als studierter Architekt müsste ich hier die Größen der Moderne in der Architektur und im Design angeben, aber meine Helden sind mehr die Menschen in meinem Alltag, die Menschen mit denen ich arbeite. Ich liebe gutes Handwerk und ich liebe die Perfektion des Produktionsprozess. Dahinter stecken viele, viele tolle Menschen, ich liebe es in den Produktionsstätten mit ihnen zusammen zu sein.

Lieblingsmaterial?
Meine Lieblingsmaterialien sind tibetische Hochlandwolle, chinesischen Seiden und Pflanzenfasern aus den Gebirgen des Himalayas. Mit diesen drei Materialgruppen habe ich die ersten sieben Jahre ausschließlich gearbeitet und komme immer noch mit Herzen auf diese Materialien zurück. Sie drücken für mich alles aus, was ich beim handgeknüpften Teppich liebe. Beständigkeit und Fragilität. Mit diesen Begriffen kann ich arbeiten.

Stil?
Mein Stil ist der Glaube an Qualität und die Designsprache gibt mir die Möglichkeit, mit verschiedenen Lebenswelten verbunden zu sein. Mein Interesse sind diese verschiedenen Lebenswelten und die Menschen, die damit verbunden werden. Der Stil ist dabei ein Mittel zu Verbundenheit zu diesen Lebenswelten, ich liebe die Vielfalt. In meinen Designs untersuche ich Muster als Sprache, wie sie Bewegung im Raum leiten, ihre architektonische Dimension. Dabei tauche ich ein in die verschiedensten Welten. Was für ein Glück.

#einefragedesdesigns

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