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#einefragedesdesigns: Julia Erdmann

Julia Erdmann ist Architektin, Gründerin und Kreativkopf von JES. Mit stilwerk spricht die Stadtgestalterin und Architektin über ihre Anfänge, Lieblingsplätze und Inspirationen.

Julia Erdmann, 1976 geboren in Hamburg, studierte Architektur und Stadtplanung in Hamburg, New York und Barcelona. 2017 gründete sie JES: Julia Erdmann Socialtecture und prägt seitdem eine neue Disziplin: „Socialtecture“. Mit 15 Vordenkern aus Architektur, Stadtplanung, Soziologie, Kommunikation, Kultur und Zukunftsforschung kümmert sich Julia Erdmann um Orte, die sich durch hohe Komplexität auszeichnen oder mitunter als schwierig betrachtet werden – von der Gestaltung zukunftsfähiger Innenstädte über die Entwicklung von Quartieren und Campus-Konzepten bis hin zur Transformation ehemaliger Industriegebiete.

Mit Socialtecture-Expertise entwirft JES für diese Orte die grundlegenden Zukunftsbilder und -narrative, wählt durch co-kreative Prozesse die passenden Architekturbüros als Partner und kümmert sich dann parallel zur Architekturplanung um das „Placemaking“. Aktuell zeichnet sich JES in Bremen für den Europahafenkopf (in Zusammenarbeit mit Cobe) sowie für die Kieler Höfe (in Zusammenarbeit mit Effekt) verantwortlich und in Hamburg beginnt das Placemaking des Hammerbrooklyn Future Campus (in Zusammenarbeit mit Em2N, bruther und spine architects). Im Fokus stehen bei allen Projekten stets die Verknüpfung von Social Life mit Architecture – kurzum: Socialtecture.

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Bianc

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Ideenmeisterschaft Europahafenkopf

Initialzündung?
Schon seitdem ich Kind bin, haben mich zwei Dinge fasziniert – Menschen und Orte. Ich habe immer viel beobachtet, was die Leute eigentlich wo wie machen und habe gespürt, wie enorm die Wirkung von Architektur auf unsere Aktivitäten, unsere Stimmung und unseren Alltag ist. In der Schule in lieblosen Klassenräumen mit kargen Wänden und niedrigen Gängen dachte ich oft:

Das geht doch besser! Gebäude können doch viel menschlicher und Orte viel lebendiger sein. 

Mit 14 habe ich daher beschlossen Architektur und Stadtplanung zu studieren.

Liebstes Designstück im Alltag?
Ganz klar mein Papermoles „PortBook“. In der handgefertigten Ledermappe in A5 habe ich für jedes Projekt ein eigenes Notizbuch, in dem ich alle Gedanken, Ideen und ersten Skizzen schnell festhalte. Ich liebe das unmittelbar analoge „zu-Papier-bringen“ und finde es dem Digitalen oft überlegen. Mein „PortBook“ hilft mir die Komplexität des Alltags und die Fülle meiner Projekte zu meistern. Meine Ledermappe begleitet mich überall hin und hat daher schon eine wunderschöne Patina. 

Lieblingsplatz zuhause?
Auf der Terrasse. Ich liebe es einfach draußen zu sein und auch unter freiem Himmel zu arbeiten. Während des Lockdowns im Frühjahr 2020 habe ich viele neue Lieblingsplätze entdeckt, denn ich konnte den ganzen Tag mich mit dem Licht durch Haus bewegen. Morgens mit den ersten Sonnenstrahlen auf dem Sofa E-Mails schreiben, vormittags am Küchentisch Videokonferenzen mit Blick auf den erwachenden Garten, nachmittags skizzieren und produzieren zwischen Arbeitstisch und Terrasse und abends bin ich manchmal noch aufs Dach gestiegen und habe dort die letzten E-Mails verschickt – mit dem Rücken am Schornstein und den Laptop auf den Knien Richtung Sonnenuntergang.  

Kreativster Ort?
Ich bin am kreativsten im Gespräch mit anderen und allein beim Beobachten, Lesen und Zeichnen. Dafür habe ich unser JES Studio auch so entworfen, dass das besonders gut möglich ist. Hier – in inspirierender Umgebung, umgeben von viel Büchern, Papier und Material herrscht das Gegenteil von Büroatmosphäre. Hier kann ich sehr frei denken und kreativ sein. Und vor allem kann ich hier auch am besten co-kreativ sein mit den tollen Menschen von JES.

Helden?
Meine Kinder! Ich schätze ihren frischen und idealistischen Blick auf die Welt. Sie sind zwei richtige Macher. Ihre unkonventionelle Art zu denken und ihr Unternehmergeist inspirieren mich jeden Tag.

Das Machen beeindruckt mich auch bei meinen „Helden der Stadtgestaltung“: Jane Jacobs, die schon 1961 mit ihren Aktionen und Publikationen das Bewusstsein für den Wert lebendiger Stadtstrukturen schuf und dabei ganze Stadtviertel wie beispielsweise das Greenwich Village rettete. Oder Jan Gehl, der mit seinem „Cities for people“ den menschlichen Maßstab in den Vordergrund rückt und seit Jahrzehnten wesentlicher Treiber für die Umgestaltung des heute so attraktiven Kopenhagens ist.

Markanter Wohnort?
Ein dichter Wohnblock in Barcelona. Im Erdgeschoss waren lauter kleine Läden. Alles, was wir im Alltag brauchten war kompakt in einem Häuserblock: Von der Apotheke, Alimentari, Autowerkstatt über Bäcker, Bank, Bar, Buchladen bis hin zu interessanten Zwischenutzungen. Alle Geschäfte hatten zu unterschiedlichen Zeitpunkten offen und das Straßenbild sah zu jeder Tages- und Nachtzeit anders aus – das war 24/7 Stadtleben pur.

Stil?
Menschlich.

#einefragedesdesigns

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