#einefragedesdesigns: Marcel Wanders

Anfang diesen Jahres wurde er im Rahmen der imm Cologne 2018 als A&W Designer des Jahres gekürt: Marcel Wanders, der wohl bekannteste Designer aus den Niederlanden. Wir haben ihn zu seinen Anfängen, Kreativität und seinem Lieblingsdesign befragt.

Marcel Wanders wurde 1963 in der niederländischen Kleinstadt Boxtel geboren, heute lebt und arbeitet der erfolgreiche Designer und Freigeist in Amsterdam. Sein Designstudio hat mit rund 50 multidisziplinär arbeitenden Angestellten bereits mehr als 1.900 Projekte realisiert, unter anderem für Marken wie Alessi, Bisazza, Cappellini, Flos, Kartell oder Louis Vuitton. Jüngst kooperierte er mit der französischen Marke Roche Bobois und brachte mit ihnen eine Sonderkollektion für 2018 raus. Und auch die Hotelgruppe Hyatt sowie die Fluggesellschaft KLM gehören zu Wanders‘ Kunden. Zahlreiche seiner Entwürfe werden in den renommiertesten Museen der Welt, wie dem Centre Pompidou in Frankreich, dem MoMA in den USA und dem Stedelijk Museum in der Niederlande gezeigt.

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2000 gründete Wanders das Designlabel Moooi mit dem Ansatz, Produkte mit Witz einem breiten Publikum zugänglich machen. Im Portfolio: Leuchten in Hasen- oder Pferdeform und Schweinchen-Beistelltische. Nach der Jahrtausendwende plante Wanders außerdem mehrere Hotelprojekte der Extraklasse, beim Amsterdamer Andaz-Hotel ist er zusätzlich Miteigentümer. Einer der Leitgedanken des Kreativkopfs:

Es muss einfach immer weitergehen, irgendwo ankommen ist nur interessant, wenn man von da wieder aufbrechen kann.

2018 wurde Marcel Wanders für sein Lebenswerk als A&W Designer des Jahres ausgezeichnet. Als Begründung heißt es in der A&W Architektur und Wohnen durch die Jury:

Er hat es schon immer gewusst: Design braucht Sinnlichkeit, Opulenz, Spaß, Entertainment. Niemand hat diese Maxime so konsequent verfolgt wie der Niederländer Marcel Wanders. Heute ist er der Trendsetter – mit seinen Werken, seinen Interiors, seiner Marke Moooi.

Seit 1997 vergibt das Magazin für Design, Wohnen und Architektur jährlich die Auszeichnung für den Designer des Jahres. Der Award geht an Designer und Designerinnen, die mit ihrem Werk den Stil unserer Zeit auf dem Gebiet des Wohndesigns geprägt haben. Designgrößen wie Ron Arad, Patricia Urquiola und Konstantin Grcic erhielten in den vergangenen Jahren ebenfalls die Auszeichnung, die traditionell am Vorabend der imm cologne verliehen wird.

stilwerk hat sich mit dem Kreativkopf und Freigeist über seine Anfänge, Kreativität und Lieblingsdesign unterhalten.

Initialzündung?
Ich glaube, ich war schon immer Designer. Meine Eltern besaßen einen kleinen Laden für Haushaltswaren und ich habe mich als Kind immer gefragt, wie diese Produkte verwendet werden und welche Verbindung Leute zu ihnen haben. Ich war schon als Junge ein Erfinder, ich liebte es mit Materialien zu experimentieren und sie zu kombinieren, um etwas Neues zu schaffen. Meine akademische Laufbahn bestätigte meine Leidenschaft, als ich anfing die Regeln und Grenzen herauszufordern – als ich dann von der Schule verwiesen wurde, begann mein Abenteuer als Designer.

Liebstes Designstück im Alltag?
Insgesamt mag ich einfach Möbel. Seien es Sofas oder Stühle, formell oder leger. Ich denke, das kommt von meiner Faszination für die menschliche Form. Wenn wir ein Möbelstück designen, beginnen wir bei der Form des menschlichen Körpers. Wir überlegen, wie der Mensch das Produkt erlebt und damit umgeht. Wird er sich zurücklehnen? Wird er sich zusammenrollen? Wenn ein Möbel richtig gestaltet ist, gibt es keine Differenz zwischen dem Möbel und der Seele, die auf ihm ruht. 

Lieblingsplatz zu Hause?
Wenn ich zu Hause bin, bin ich gerne in der Küche oder am Esstisch. Ich bin gerne überall dort, wo Menschen sich versammeln und austauschen können. Wenn man von wirklichen Freunden umgeben ist, gutes Essen, Getränke und ein anregende Gespräch teilt –  dann ist das mein Lieblingsplatz. 

Kreativster Ort?
Ich finde, dass Kreativität und Inspiration überall und zu jeder Zeit kommen. Ich versuche immer offen für neue Erfahrungen und Menschen zu sein. Ich denke, dass ich beim Reisen am offensten bin. Wenn ich eine neue Kultur erleben darf und etwas neues Lernen kann, fühle ich mich wie neu aufgeladen.

Lieblingsmaterial?
Ich arbeite mit allen Materialien sehr gerne. Jedes Material erfüllt seinen eigenen Zweck und eröffnet eine neue Möglichkeit, Design auf eine weitere Ebene zu bringen. Oft suchen wir nach Wegen, unterschiedliche Materialien einander gegenüberzustellen und neue Kombinationen zu schaffen. Ich würde sagen, dass ich dazu tendiere, natürliche und nachhaltige Materialien zu verwenden. Wenn wir Materialien benutzen, die in der Region auf natürliche Weise vorkommen, und diese in Räume einbringen, schafft das eine Verbindung zwischen Raum und Mensch. Es gibt den Nutzern ein Gefühl für den Ort. 

Helden?
„Helden“ ist ein großes Wort. Sicher, es gibt Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe oder die ich meine ganze Karriere beobachtet habe, und ich bewundere ihre Leidenschaft für das, was sie tun. Am meisten inspirieren mich die rund 50 Design-Experten, die jeden Tag ins Studio kommen und ihre Zeit und ihr Herzblut in unsere Projekte investieren. Es gibt Designer, bei denen ich finde, dass sie unglaubliche Arbeit leisten. Aber anstatt sie als Helden zu betiteln, sehe ich sie mehr als Inspiration und schätze, was sie zur Designindustrie beitragen.

Stil?
Meinen persönlichen Einrichtungsstil würde ich als dynamischen Eklektizismus mit modernen Akzenten bezeichnen. Ich habe jedes Zimmer zu einer einladenden Umgebung gemacht, deren Einrichtung meine Gäste überrascht und gleichzeitig erfreut. Ich möchte, dass meine Besucher immer etwas Neues finden und sich in den Räumen selbst wieder entdecken. Vielseitiges Ambiente bestimmt dabei die Einrichtung. Mit einem Ensemble aus Marmor, Glas, Textilien und Edelstahl habe ich gezielt komplementäre Atmosphären inszeniert. Über Geräte zu Möbeln, Kunstwerken und Beleuchtung – jeder Raum steht in einer Symbiose zum ganzen Haus.

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