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#einefragedesdesigns: Nils Jockel

Nils Jockel ist Kurator, Kunst- und Designvermittler und seit mehr als 20 Jahren festes Mitglied der Jury des Lucky Strike Junior Designer Award. Mit stilwerk spricht er über seine Anfänge, Einstellungen und Kreativität.

Nils Jockel, 1951 geboren, studierte Kunsterziehung und Psychologie an der Hochschule für bildende Künste sowie an der Universität Hamburg. 1977 übernahm er erstmals die Leitung und Kuration der Abteilung für Kunst- und Designvermittlung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg. Es folgte ein Jahr als Geschäftsführer des Arbeitskreises Angewandte Kunst (AAK) Hamburg und 1996 trat Jockel als erster Geschäftsführer des neu eröffneten stilwerk Hamburg an. 1998 kehrte er zurück ins Museum für Kunst und Gewerbe, bevor er ab 2012 die Leitung der Kommunikation und Gestaltung des Museum für Hamburgische Geschichte übernahm und seit 2015 als freier Kurator, Kunst- und Designvermittler arbeitet.

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Über die Jahre kuratierte Jockel zahlreiche Ausstellungen zu Kultur- und Alltagsgeschichte, Kunsthandwerk und Design, darunter „Nackt – Die Ästhetik der Blöße“ (2002; 2.500 Jahre Kulturgeschichte inszenierter Nacktheit) oder „Fenomen IKEA“ (2009; 250 IKEA-Produkte aus sechs Jahrzehnten zeitgleich zur Aufführung von „Das Wunder von Schweden“ – einem Theaterstück über IKEA-Gründer Ingvar Kamprad) sowie „Stadtgrün 3.0“ (2015; 26 visionäre Projekte zur Begrünung von Metropolen).

Des Weiteren übernahm Nils Jockel zwischen 1990 und 2016 zahlreiche Lehraufträge, darunter an der Leuphana Universität Lüneburg, an der Hafen City Universität sowie an der Berliner Technischen Kunsthochschule. Seit mehr als 20 Jahren ist er außerdem als ständiges Mitglied der Jury des Lucky Strike Junior Designer Awards tätig. Für den begehrten Nachwuchspreis können sich Absolvent*innen und Young Professionals hier bewerben.

Mit stilwerk spricht Jockel über seine Anfänge, Einstellungen und Kreativität.

Initialzündung?
Als Kunstvermittler im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg ist mir im Laufe der 1980er Jahre der Zusammenhang von Design und Dasein bewusst geworden, dass nämlich die eigentliche Bedeutung von Design in seiner Unsichtbarkeit und Allgegenwart liegt. Das war der Antrieb einer über 30jährigen Ausstellungstätigkeit in diesem Bereich.

Liebstes Designstück im Alltag?
Es gibt kaum ein Ding in meiner unmittelbaren Umgebung, das nicht schon meine mehrfach gewandelte Wert- bzw. Geringschätzung erfahren hätte. Haushalte, in denen „absolute Lieblings-Designstücke“ wie in einem Museum verwahrt und verehrt werden, sind mir unheimlich.

Was ist gutes Design?
Mich begeistert Gestaltung, die sich nützlich macht und kein Selbstzweck ist, die auf Design-Attitüden verzichtet und ihrem Wesen nach Prozesse aller Art befördert: Bewusstsein, Veränderung, Kommunikation und nicht zuletzt: Selbstbestimmung.

Kreativster Ort?
Ich bin am Kreativsten in Wut, im Zustand von Selbstüberschätzung und in der Bahn, mit dem Laptop auf dem Schoß.

Lieblingsplatz zu Hause?
Ein mittelhässlich gepolsterter spät-bieder(ver)meierter Stuhl zur täglichen Meditation. 

Stil?
Wenn es einen Stil gäbe, in dem ich lebte, wäre es nicht ‚meiner‘. Wenn ich einen Stil hätte, wünschte ich mir, dass ich nicht drum wüsste.

#einefragedesdesigns

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