#einefragedesdesigns: Philipp Mainzer

Er ist Mitbegründer des deutschen Designlabels e15, das unter anderem Bereiche der Elbphilharmonie eingerichtet hat: Architekt und Designer Philipp Mainzer. Wir hatten die Gelegenheit ihn zu seiner Initialzündung, Kreativität und Helden zu befragen.

Der deutsche Designer und Architekt Philipp Mainzer studierte am Central Saint Martins College für Kunst und Design (Produktdesign) sowie an der Architectural Association in London (Architektur). 1995 gründete Mainzer die Möbelmarke e15. Parallel dazu arbeitete er bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland in 2001 als Architekt in New York. Weiterhin ist Mainzer Vorstandsmitglied des „Rat für Formgebung“ und hält regelmäßig Vorträge zu den Themen Architektur, Design und Branding.

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Die von Mainzer gegründete Möbelmarke e15 ist nach der Postleitzahl des ersten Büros in London benannt. Das Label steht für konsistente Gestaltung, den Einsatz von qualitativen Materialien und innovative handwerkliche Herstellungsmethoden. In enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Designern, Architekten und Künstlern entwickelt e15 einzigartige Möbel, Leuchten und Wohnaccessoires, die sich durch eine radikale Einfachheit auszeichnen. Ein Beispiel wäre das wohl bekannteste Möbelstück der Marke: der Hocker und Beistelltisch „Backenzahn“. Bei der Produktion der Kollektionen arbeitet e15, mit heutigem Sitz in Frankfurt am Main, mit spezialisierten Handwerksbetrieben in Deutschland und ausgewählten europäischen Ländern zusammen. Insbesondere auf die Umweltverträglichkeit der Produkte wird dabei großen Wert gelegt.

2017 stellte e15 auf der imm Cologne die Kollektion „Elbe“ vor, welche von WRS Architekten & Stadtplaner und dem Hamburger Design Duo Studio Besau Marguerre für die Einrichtung der Foyers der beiden Konzertsäle sowie der Backstage-Bereiche, Büros und Konferenzräume der Elbphilharmonie in Hamburg gestaltet wurden. Die Linien der Sitzbänke, Steh- und Beistelltische sind geradlinig und die Farben monochrom gehalten – typische Merkmale für die Produkte aus der Designschmiede von Philipp Mainzer.

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Im Interview spricht der Architekt und Designer über seine Initialzündung, Kreativität und Helden.

Initialzündung?
Schon als Kind wusste ich, dass ich in die angewandte Kunst gehen wollte. Für mich ging es eigentlich nur darum, die passende Ausrichtung zu finden. Schon früh habe ich viel experimentiert und hatte dann später das große Glück, dass ich Design und Architektur studieren konnte. Heute prägt die Kombination aus beidem meine Arbeit und trägt sehr zur Einzigartigkeit der Marke e15 bei. Das ist auch die Grundlage für unsere ganzheitliche Betrachtungsweise von Möbeln und Einrichtungen. Wir sehen unsere Produkte nicht als Einzelkämpfer, sondern als Teil eines Ganzen. Sie müssen die Marke stärken, sich aber auch durch Zurückhaltung in ihre Umgebung einfügen.

Liebstes Designstück im Alltag?
Produkte dürfen nicht „designed“ aussehen. Meine liebsten Designstücke sind die, von denen man gar nicht mehr wahrnimmt, dass sie gestaltet wurden, weil sie sich nicht in den Vordergrund drängen und so sehr Teil unseres täglichen Lebens geworden sind. Von den meisten Stücken weiß man nicht einmal, wer sie entworfen hat. Jasper Morrison und Naoto Fukasawa haben zu dem Thema 2006 eine sehr inspirierende Ausstellung kuratiert.

Lieblingsplatz?
Wie für e15, ist auch für mich persönlich der Tisch der soziale Mittelpunkt im Haus. Wir verbringen wahrscheinlich die meiste Zeit an unserem e15-Tisch „Ponte“, der mit seiner Länge von 3,60 Metern gleichzeitig Platz für diverse Aktivitäten bietet: Essen, Reden, Spielen, Arbeiten und oft auch, um kreativ zu sein. Viele Ideen und Entwürfe entstehen hier.

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Kreativster Ort?
Für mich gibt es keinen festen Ort oder Zeitpunkt, um kreativ zu sein. Es muss vieles zusammenkommen und es hilft, wenn man nicht durch den Büroalltag absorbiert wird. Denn hier wird man leider oft mit Themen konfrontiert, die nicht viel mit Kreativität zu tun haben und die dann nur ablenken. Deswegen schaffe ich es am besten auf Reisen, kreativ zu sein. Zusätzlich sind die fremden Kulturen, denen man auf Reisen begegnet, immer eine große Inspiration.

Helden?
Ich habe keine Helden. Und ich glaube auch nicht, dass es das perfekte Vorbild gibt. Aber es gibt einige Persönlichkeiten, die ich sehr schätze und die mich inspirieren. Die meisten kommen aus der Kunst oder der Architektur. Allerdings vermeide ich es immer, Namen zu nennen, da das schnell falsch verstanden werden kann, wenn man nicht alle Hintergründe kennt.

Lieblingsmaterial?
Bei mir gibt es kein bevorzugtes Material. Das Material muss vorrangig der Aufgabenstellung gerecht werden. Verständlicherweise arbeite ich sehr gerne mit Massivholz. Ich schätze aber auch sehr den Kontrast zwischen Materialien und das was entsteht, wenn man sie miteinander kombiniert. Deswegen arbeite ich auch gerne mit anderen Werkstoffen, die ganz unterschiedliche Eigenschaften haben können. Es ist mir aber immer wichtig, dass das verwendete Material eine eigene Identität hat.

Stil?
Ich glaube nicht, dass ich meine Arbeit auf eine Stilrichtung reduzieren kann. Das gibt es heutzutage sowieso nur noch selten, dass jemand in einem einzigen Stil arbeitet. Von den verschiedensten Stilen findet sich wahrscheinlich von jedem etwas in meiner Arbeit. Bauhaus und seine Disziplin ist eine Grundeinstellung, und „form follows function" ist eine Selbstverständlichkeit. Aber die Form an sich sowie gewisse Akzente sind auch wichtig, um den Charakter eines Produktes und seine Aussage zu formulieren. Da kommt dann ein postmoderner Gedanke ins Spiel, der dafür die nötigen Werkzeuge liefert. Landhaus inspiriert mich weniger als Stil, aber durch seinen Einsatz von Handwerk und klassischen Konstruktionen.

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