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#einefragedesdesigns: Pierre Jorge Gonzalez & Judith Haase

Im Februar 2021 sind die Architektin Judith Haase und der Szenograf Pierre Jorge Gonzalez von Gonzalez Haase AAS bei „ReFraming Architecture" von stilwerk zu Gast und sprechen mit Moderatorin Kristien Ring (Deutsches Architektur Zentrum) im Store von Roche Bobois im stilwerk Hamburg zum Thema „Interieur & Shopdesign". Vorab verraten Gonzalez und Haase mehr über ihre persönlichen Anfänge, Lieblingsstücke und -orte. 

Judith Haase, geboren in Bremen, studierte Architektur an der Hochschule der Künste in Berlin. Nach Stationen bei Ingeborg Kuhler in Berlin, Ateliers Jean Nouvel in Paris/Frankreich, William Alsop & John Lyall in London/Großbritannien, Arquitectonica in Miami/USA, Peter Eisenman Architects und Gluckman Mayner Architects in New York/USA arbeitet sie mit dem Szenografen Pierre Jorge Gonzalez zusammen.

Pierre Jorge Gonzalez, geboren in Paris, studierte Grafikdesign und Typografie und Szenografie am Lycée Maximilien Vox, am Conservatoire National des Arts et Métiers sowie dem Ecole Nationale Supérieure des Arts Décoratifs (ENSAD) in seiner Heimatstadt. Gonzalez arbeitete als Assistent für Szenografie an seiner Alma Marta ENSAD, als Set-Designer für Film, Theater und Ausstellungen sowie als Set- und Lichtdesigner für zeitgenössische Tanzaufführungen, bevor er sich 1999 mit Judith Haase zusammentat.

Das Büro Gonzalez Haase AAS umfasst heute ein 14-köpfiges Team. Mit ihrem Background in Architektur, Grafikdesign und Typografie setzen Gonzalez Haase vielseitige Projekte für private und kommerziele Kunden aus den Bereichen Mode, Kunst, Kultur, Gastronomie und Bildung um. 

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Pierre Jorge Gonzalez und Judith Haase

Pierre Jorge Gonzalez und Judith Haase

2018 verwandelte das Team um Judith Haase und Pierre Jorge Gonzalez beispielsweise eine Lagerhalle in Lissabon mit einem Konzept für die architektonische Umgestaltung, Möblierung und Beleuchtung in den Concept Store TEM-PLATE. 2019 folgte ein Store- und Ausstellungsdesign für die Luxusmarke MCM in Anlehnung an ihre Ästhetik in den 1970er Jahren – modern interpretiert in Form, Farben, Materialien und Größe. Eine Art Toolbox aus geometrischen Elementen, mit denen sich Räume durch Stapeln und ineinander Stecken erschaffen lassen.

Im selben Jahr entwarfen sie mit Wagner Living und Designer Stefan Diez das „D2 Office System" – ein Möbelsystem, das werkzeuglos zusammengesteckt werden kann – und gestalteten die Räume des Designstudios Bureau Mirko Borsche (Creative Director der ZEIT) neu. Mehr dazu auch hier › und im neuen stilwerk Magazin „ever green", das Ende Februar 2021 erscheint. 

Im Februar 2021 sprechen Judith Haase und Pierre Jorge Gonzalez bei ReFraming Architecture – dem Professional Hub von stilwerk – zum Thema „Interieur & Shopdesign" und verraten im Austausch mit Moderatorin Kristien Ring (DAZ) mehr zu Projekten wie MCM Munich und Vienna und TEM-PLATE Lissabon. Drehort ist der Store von Roche Bobois im stilwerk Hamburg.

 

Initialzündung?
Judith Haase: Meine erste Design-Liebe war das Direktorenzimmer von Walter Gropius in Weimar. Wegen diesem Zimmer begann meine Liebe zur Architektur. Das Gropiuszimmer gilt als die erste gesamtheitliche Raumkomposition der Moderne auf der Welt. Der Sessel „F51", den Walter Gropius 1920 entworfen hatte, hat in mir den Wunsch erweckt dreidimensional zu arbeiten.

Pierre Jorge Gonzalez: Schon als ich sechs Jahre alt war, malte ich lieber, als mit anderen Kindern zu spielen. Mit 14 bin ich auf eine Designschule gewechselt und habe mich langsam immer weiter in Richtung Grafikdesign entwickelt. Später habe ich Industriedesign studiert und bin schlussendlich bei der Gestaltung von Räumen gelandet.

Liebstes Designstück im Alltag?
Judith Haase: Mein erstes Möbelstück, das ich mir 1989 in Berlin gekauft habe. Es war der Sessel „F51" (erhältlich bei Tecta) in den selben Farben, wie er im Zimmer von Walter Gropius stand: Sonnengelb. Berlin war für mich eine graue, große und unfreundliche Stadt. Der Sessel hat mir tägliche Freude in mein WG-Zimmer mit Kohleofen gebracht. Heute steht er in meinem Büro.

Pierre Jorge Gonzalez: Ich stehe nicht so sehr auf Gegenstände, aber ich mag es, wenn sie einem ein gutes Gefühl geben. Zum Beispiel verleiht Kleidung, die qualitativ hochwertig produziert und gut designt ist, einem ein gutes Gefühl. Oder ein technisches Gerät, wie das iPhone, das einfach perfekt funktioniert und einem im Alltag hilft.

Lieblingsplatz zu Hause?
Judith Haase: Auf unserem großen Beni Ourain Berberteppich. Hier liegt die ganze Familie. Eine Insel zum Ausruhen und Wohlfühlen.

Pierre Jorge Gonzalez: Dort, wo Küche, Esszimmer und Lounge aufeinandertreffen – mit der Terrasse in der Verlängerung. Von hier aus kann ich alles tun.

Kreativster Ort?
Judith Haase: Der Ort ist egal. Ich bin ganz früh morgens am Kreativsten, wenn der Kopf noch frei ist. 

Pierre Jorge Gonzalez: Und ich in Meetings mit unseren wunderbaren Kunden, die uns verstehen, die uns anspornen und die groß denken.

Helden?
Judith Haase: Starke, unabhängige, freie Frauen mit viel Sinn für Humor. Eine davon ist Louise Bourgois. 

Pierre Jorge Gonzalez: Mich beeindrucken Schriftsteller und Philosophen ungemein, wenn sie es schaffen, uns einen Schritt voran zu bringen.

Markante Wohnorte?
Judith Haase: New York. Ich war 1992 für ein Jahr dort und dann noch einmal von 1996 bis 1998. Auf Netflix gibt es gerade eine Serie von Martin Scorsese mit Fran Lebowitz: „Pretend it's a City". Ein tolles Portrait von New York.

Pierre Jorge Gonzalez: Abgesehen von unserem Haus, das wir selbst designt haben? Ich lebte einmal in einer Villa von Vincenzo Scamozzi, dem Szenografen dea Palladio, der eine Villa nach den Prinzipien der palladianischen Villa La Rotonda entworfen hat. Eine wunderschöne und einzigartige Erfahrung.

 

Stil?
Judith Haase: Wir beginnen bei jedem Projekt von Vorne. Es gibt immer Neues, dass uns inspiriert. Wir möchten in Bewegung bleiben – sich auf einen bestimmten Stil festzulegen würde nur einschränken.

Pierre Jorge Gonzalez: Wenn ich mich festlegen müsste, würde mir wohl das Bauhaus den meisten Freiraum geben, um mein eigenes Design umzusetzen. Aber ich liebe auch den Memphisstil und wo er herkommt.

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