#einefragedesdesigns: Prof. Dr. Axel Bösch

Wirtschaftsanwalt, Mediator, Schlossbesitzer? Prof. Dr. Axel Bösch spricht mit stilwerk über ein neues Kapitel, Lieblingsstücke und den eigenen Stil.

Axel Bösch, 1955 geboren, ist seit mittlerweile mehr als 30 Jahren als internationaler Wirtschaftsanwalt und Mediator tätig. New York, Hamburg, Paris – überall setzt der überzeugte Internationalist und Interdisziplinarist auf konsensuale Lösungsfindung anstelle einseitiger Parteivertretung. Als passionierter Pädagoge gibt Axel Bösch als Professor für Wirtschaftsrecht an der Northern Business School und als Lehrbeauftragter für Internationale Mediation an der Bucerius Law School seine langjährige Erfahrung an eine neue Generation Anwälte und Mediatoren weiter.

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Als Privatmann ist Axel Bösch erklärter Liebhaber von Automobilen und bezeichnet sich selbst als Genießer – insbesondere das Lebensgefühl Frankreichs hat es ihm angetan: gutes Essen, gute Weine, Laissez-faire und Savoir-vivre. Kein Wunder, denn seit mehr als 34 Jahren ist der Jurist glücklich mit einer Französin verheiratet. Das Paar hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Hamburg und Frankreich. Die Zukunft und damit auch die eigene Altersvorsorge hat Bösch auf Immobilien und deren Sanierung aufgebaut. Im Interview spricht er über den Beginn eines neuen Kapitels, Lieblingsstücke und den eigenen Stil.

Initialzündung?
Vor einigen Jahren erhielt ich ein neues Mandat: ein wunderschönes Schloss, das Château de Monboucher in der Nähe von Bergerac in Frankreich, aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken – es einer neuen Verwertung zuzuführen. Ich kenne die Region, die Dordogne, seit 20 Jahren, weil wir damals in der Nähe von Rocamadour selbst ein kleines Landhaus aus dem 16. Jahrhundert renoviert haben. Ein Ort, den die ganze Familie bis heute gern zum Auftanken nutzt.

Bei den diversen Reisen nach Bergerac zu Verhandlungen mit Kaufinteressenten, dem Bürgermeister, Banken und Behörden sprach mich jedes Mal aufs Neue die besonders charmante Art der Menschen im Sud Ouest an. Als dann potentielle Käufer aus England im letzten Moment absprangen und keine weiteren Interessenten in Sicht waren, drohte das wundervolle Anwesen endgültig verlassen zu bleiben. Frankreich, Schloss, Sonne, Wein und Automobile – um diese Themen kreisten meine Gedanken, als ich im Zug zurück nach Paris saß. Daraus wuchs die Idee, aus dem Schlösschen ein Hideaway für eine kleine Gruppe von Gleichgesinnten zu schaffen. So  ergriff ich die Chance, selbst einzusteigen und vom Berater zum Unternehmer zu werden.

Liebstes Designstück im Alltag?
Mein alter Porsche 911.

Lieblingsplatz zu Hause?
In Hamburg tatsächlich unsere Küche mit Blick auf den Michel. In Frankreich gibt es vor dem Château de Monboucher eine jahrhundertealte Zeder unter der ich im Sommer gerne sitze.

Kreativster Ort?
Für mich ist Zugfahren ideal, um die Gedanken schweifen zu lassen. Hier habe ich die besten Ideen.

Helden?
Mein Vater. Wie fast alle Männer seiner Generation, wurde auch er im Zweiten Weltkrieg zum Militärdienst einberufen. Zwar als Adjutant und nicht zum Dienst an der Waffe, weil er als Junge durch einen Unfall auf einem Auge erblindet war, nichtsdestotrotz erlebte er in diesen Jahren sicher Unsägliches. Nach dem Krieg baute mein Vater auf dem Land an der Nordseeküste ein kleines Möbelgeschäft auf und wurde als gutmütiger Geschäftspartner bekannt. Als junger Mann voller Tatendrang fragte ich ihn eines Tages, warum er nicht härter verhandeln würde. Daraufhin erzählte er mir von seiner Geschichte. Erklärte, dass er nach allem, was er erlebt hatte, einfach nur froh sei, am Leben zu sein und sich nach dem Krieg vorgenommen habe, nur noch Gutes zu tun. Mich hat das sehr beeindruckt. 

Stil?
Das mit dem Einrichtungsstil ist ja so eine Sache – hier müssen meine Frau und ich immer wieder Kompromisse finden. Mir gefällt die Idee von „Lessness“ – weniger ist mehr. In meiner Traumvorstellung bedeutet das: weiße Wände, Holzfußboden, versenkte Lichtschalter und Steckdosen – alles ganz clean. Dazu nur einzelne Kunstwerke und Möbelstücke inszeniert. Eine Art warmer Minimalismus. Ganz erreicht haben wir meinen Wunschstil zuhause in Hamburg noch nicht, aber im Château de Monboucher sind wir auf einem guten Weg: Bei der Renovierung haben wir die historische Architektur beibehalten, aber mit weißen Wänden und edlem Fischgrätenparkett eine ganz klare Atmosphäre geschaffen. Die ideale Bühne für alte und neue Lieblingsstücke. 

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