#einefragedesdesigns: Sebastian Herkner

Vor 10 Jahren gründete er sein eigenes Studio – heute ist er einer der bekanntesten deutschen Jungdesigner überhaupt. Mit stilwerk spricht Sebastian Herkner über sein liebstes Designstück im Alltag und seine Liebe für’s Handgemachte.

Sebastian Herkner, 1981 in Bad Mergentheim geboren, studierte Produktgestaltung an der HfG Offenbach am Main. Während seines Studiums absolvierte er ein Praktikum bei Stella McCartney in London, wo er seinen Blick für Materialien, Farben, Strukturen und Texturen schärfte. Sein eigenes Studio in Offenbach am Main gründete Herkner 2006 – sein Durchbruch folgte mit dem „Bell Table“ für ClassiCon (2010) und dem „Coat“-Sessel für Moroso (2012). Seit dem arbeitet der junge Designer für renommierte Marken wie Moroso, ClassiCon, Cappellini, Schönbuch, Pulpo, Gubi, Freistil oder Dedon.

In seinen Entwürfen verbindet er unterschiedliche kulturelle Kontexte und verhilft dabei kleinsten Details zu neuer Aufmerksamkeit. Er kombiniert neueste Technologien mit traditioneller Handwerkskunst und zeigt dabei die Schönheit verschiedenster Materialien auf. Für seine Arbeiten wurde er bereits mit zahlreichen Designpreisen geehrt, darunter die Nachwuchsauszeichnung Designpreis Deutschland und der Red Dot Design Award.

2016 präsentierte Sebastian Herkner sein erstes Bett für Schramm Möbelwerkstätten: „Calm“ – inzwischen mit dem German Design Award ausgezeichnet – stellte er im April 2016 auch bei clic Inneneinrichtung im stilwerk Hamburg vor. Auf der imm Cologne im Januar 2017 folgte für die deutsche Bettenmanufaktur mit „Fold“ gleich das nächste Boxspringbett von dem inzwischen frisch verheirateten Designer sowie zahlreiche andere Entwürfe für &tradition, Rosenthal Interior und ames. 2018 stellte Herkner seine „MEWERYN"-Kollektion für die österreichische Traditionsmarke Wittmann vor. Mit stilwerk spricht Sebastian Herkner über sein liebstes Designstück im Alltag und seine Liebe für’s Handgemachte.

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Initialzündung?
Die Leidenschaft für und eine Auseinandersetzung mit Gestaltung – beides erfahre ich schon seit klein auf. Für mich ist das Entwerfen ein sehr intimer Prozess, der auf Erfahrungen und dem Instinkt beruht.

Liebstes Designstück im Alltag?
Mein Faber Castell-Kasten auf meinem Schreibtisch. Farben sind für mich – wie auch das Material – bereits in den ersten Skizzen elementar, um den Produkten eine Persönlichkeit zu geben.

Lieblingsplatz zu Hause?
Die Frage ist, ob es das „Zuhause“ bei mir überhaupt gibt. Ich reise sehr viel, auch mit meinem Partner, und so bestimmt eher das Umfeld und die Atmosphäre das Wohlgefühl. Ich denke, es ist weniger ein spezifischer Ort, sondern vielmehr eine Situation und Zeit für sich.

Kreativster Ort?
Ich kann an jedem Ort kreativ, aber genauso unkreativ sein. Kreativität lässt sich nicht steuern oder beeinflussen. Kreativität und Ideen benötigen Raum, Zeit und letztendlich Geduld.

Helden?
Helden sind ein Ideal, das man als Kind hat, an dem man sich eventuell orientiert. Design hat viel mit der Gesellschaft und deren Veränderung zu tun. Wer sind heute Helden, wenn man die Nachrichten liest? Es sind nicht mehr „Superman“ oder „Dr. Snuggles“, sondern Menschen, die für Freiheit und Werte kämpfen. In Bezug auf Design sind meine Helden die Handwerker, die die Entwürfe mit Leidenschaft umsetzen.

Lieblingsmaterial?
Ich arbeite am liebsten mit echten Materialien und den handwerklichen Betrieben dahinter. Es steckt ein besonderen Wert und Qualität in Produkten, die von Hand in den Manufakturen von beispielsweise Lobmeyr und Fürstenberg oder auch in kleinen Hinterhöfen in Kolumbien, wie bei meinen Kollektionen für Ames, hergestellt werden.

Stil?
Ich denke, mein Stil ist meine Handschrift und Design-Philosophie. Ich denke nicht an andere Epochen, sondern arbeite und beschäftige mich mit dem Jetzt und Morgen.

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