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#einefragedesdesigns: Stephen Williams

Der britische Architekt und Interior Designer Stephen Williams erzählt aus seinem Leben und verrät mehr über persönliche Lieblinge und Helden.

Stephen Williams, geboren 1963 in Port Talbot/Vereinigtes Königreich, studierte Architektur an der Birmingham Polytechnic und dem Canterbury College of Art. Nach Stationen bei CZWG Architects sowie im Office for Metropolitain Architecture von Ella Zenghelis und Rem Koolhaas in London gründete er 1988 in Bristol sein eigenes Architekturbüro und wurde zwei Jahre später Mitglied des Royal Institute of British Architects. 

1992 zog Williams nach Deutschland und arbeitete bei Christoph Ingenhoven in Düsseldorf sowie Alsop & Störmer (heute: Störmer, Murphy and Partners) und Bothe Richter Teherani (heute: Hadi Teherani) in Hamburg. Im Jahr 2000 gründete er hier das Architektur- und Designbüro Stephen Williams Architects (heute: Stephen Williams Associates). Zu seinen Projekten gehören das Re-Development der Hamburger Stadthöfe inklusive des dort ansässigen Boutique Hotels „Tortue“ und die Gestaltung des 25hours Hotels in der HafenCity Hamburg genauso wie die Gestaltung der Büroräume internationaler Firmen wie Facebook oder Twitter in Berlin. Einblicke in seine Arbeitsweise gibt der Architekt und Interior Designer auch hier im stilwerk Magazin MUT". Aktuell ist Stephen Williams unter anderem für das stilwerk Hotel Travemünde (in Zusammenarbeit mit Spine Architects) und das stilwerk Hotel Heimude tätig. 

Nachdem stilwerk den britischen Star-Architekten bereits 2014 im stilwerk Magazin „Mut" portraitierte, verrät Stephen Williams im aktuellen Interview noch mehr über seine persönlichen Anfänge, Lieblinge und Helden.

Initialzündung?
Mit etwa acht Jahren habe ich angefangen zu zeichnen. Häuser, Autos oder Schiffe. Mit 13 habe ich ein Zeichenbrett für technische Zeichnungen gefunden, das meinem Vater gehörte. Damit habe ich angefangen Häuser mit Stift und Papier zu designen. Ich habe Designskizzen von amerikanischen Bungalows aus den 1960er Jahren kopiert. Damals das Nonplusultra an Modernität und Zeitlosigkeit.

Lieblingsdesignstück im Alltag?
Ziemlich eindeutig meine halbautomatische „Gaggia Titanium“ Kaffeemaschine. Jeden Morgen mache ich mir damit einen „Wake me up“-Espresso. Das Haus ist sehr still um sieben Uhr und die Maschine beginnt mit ein paar mechanischen Geräuschen zu arbeiten und bestätigt mich darin, dass alles noch funktioniert. Vor 10 Jahren etwa wurde die Produktion dieser Kaffeemaschinen eingestellt, aber ich mache mir keine Sorgen – ich habe eine zweite originalverpackt im Keller stehen. 

Lieblingsplatz zu Hause?
Ich lebe in einem über 90 Jahre alten Haus mit Garten. Es gibt einen Punkt in der Küche an dem immer schon ein Stuhl gestanden hat, weil man von hier aus die schöne Aussicht hat. Manchmal denke ich an all die Leute, die dort über die Jahre gesessen und den gleichen Blick genossen haben. Ich habe dann immer gemischte Emotionen, weil ich auch an die Menschen denke, die nicht mehr unter uns weilen. Schönheit und Traurigkeit gleichzeitig. Die Erkenntnis, dass nichts für ewig ist – außer der Landschaft selbst, die uns und alle kommenden Generationen überleben wird.

Kreativster Ort?
Ich habe ein wunderschönes Studio mitten in Hamburg, umgeben von Kunstgalerien und den Lofts von Künstlern und Musikern. Da gibt es einen Raum mit einem langen Tisch, von dem aus man über den Kanal blickt. Mir gefallen die Proportionen des Raums. Hier zeichne ich für die verschiedensten Projekte – lasse Ideen einander überlagen, überarbeite sie immer wieder. Dabei ist es mir besonders wichtig, meine Ideen mit meinem Team hin und her zu spielen. Kreativität existiert für mich in diesem Austausch. 

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Helden?
Ich würde nicht sagen, dass ich Helden habe aber die Punk-Bewegung der späten 1970er Jahre hat mich stark beeinflusst und zeigt mir, dass alles möglich ist. In Retrospektive wird die Zeit gerne als Kunstbewegung gesehen, aber damals haben wir einfach ausprobiert, welche Möglichkeiten es in Musik und Mode geben könnte. Ich hatte das große Glück, in meinem Leben einige Male mit Malcolm McLaren, dem Manager der Sex Pistols und Partner von Vivienne Westwood zu arbeiten. Ich würde meinen, Malcolm war der kreativste Mensch, mit dem ich je gearbeitet habe.

Markanter Wohnort?
Bis ich 14 Jahr alt wurde, habe ich in einer Wohnung über einer Tankstelle aus den 1950ern gewohnt, die mein Großvater gebaut hatte. Als Kind war es immer spannend all die Autos, Lieferungen und Menschen zu beobachten, die hier ein und ausgingen. Wir hatten keinen Garten, also spielte ich unten in der Autowerkstatt. Das Öl ging anscheinend schlecht wieder ab – von mir und meinen Kleidern. Das Schönste war aber der Blick auf die Bay of Glamorgan und die Stahlarbeiten und Ölraffinerien. In diesem Industriegebiet in South Wales gibt es oft einen ganz unglaublich schönen, orangenen Sonnenuntergang, der durch die wahrscheinlich am stärksten verschmutze Luft Großbritanniens strahlt.

Stil?
Mir gefällt es Sachen zu kombinieren. Das Beste wäre wahrscheinlich alle Stilrichtungen miteinander zu verbinden: Auf dem Land in einem modernistischen Haus mit lauter herrlichen Memphis-Möbeln. 

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