Frauen Voraus: Patricia Urquiola

Patricia Urquiola hat es als einige der wenigen Frauen im Design an die Spitze geschafft. Mehrfach wurde  sie von verschiedenen Instanzen zur „Designerin des Jahres“  gewählt und international mit Preisen ausgezeichnet. 

In vielen Regionen der Erde sind Frauen bereits sehr gut gebildet und extrem erfolgreich und bewirken so einen grundsätzlichen Wandel unserer männerdominierten Welt. Dennoch besteht bei den Karrierechancen noch immer eine große Diskrepanz. Das gilt auch für die Designwelt. Aber der Female Shift kommt. Bester Beweis dafür ist der Aufstieg der spanischen Designerin Patricia Urquiola:

1961 in Oviedo/Spanien geboren, absolvierte Patricia Urquiola 1979 ihr Architekturstudium an der Faculdad de Arquitectura de Madrid bei dem portugiesischen Architekten Alvaro Siza und promovierte bei dem berühmten italienischen Designer Achille Castiglioni am Polytechnikum in Mailand. 1991 entwarf sie ihr erstes Möbelstück. Danach konzentrierte sich Urquiola zunächst auf die Inneneinrichtung von Showrooms und Restaurants. In dieser Zeit arbeitet sie mit den Architektinnen Marzia de Renzio und Emanuela Ramerino zusammen und wurde Leiterin der Designergruppe Lissoni Associati bevor sie 2001 ihr eigenes Atelier „Studio Urquiola" gründete.

Patricia Urquiola gestaltet bis heute hauptsächlich Möbel – aber auch Leuchten und Teppiche sind unter ihren Entwürfen zu finden. Für die berühmte Liege „Antibodi", die sie für Moroso designte, erhielt sie den „International Design Award“ von ELLE Decor. Sie arbeitete bereits für bekannte Designmarken, wie B&B Italia, Driade, Molteni, Foscarini, Hansgrohe, Axor und seit 2015 ist sie als Art Director für Cassina tätig.

Für das italienische Label Kartell entwarf Urquiola u.a. den Schaukelstuhl „Comeback“ und die Serie „Jelly“:  Bei „Comeback“ wurde die Designerin 2011 für die harmonische Verbindung der  Materialien Holz und Kunststoff mit dem „Wallpaper Design Award“ ausgezeichnet. Der Schaukelstuhl erscheint schlicht und geradezu fein gliedrig. Geometrische Rauten geben Struktur und erinnern an architektonische Elemente. Bezeichnend ist das Wortspiel „Comeback“, das einerseits Assoziationen zu klassischen Schaukelstühlen früherer Generationen hervorruft – man denke an die Gebrüder Thonet – und andererseits das Hin- und Herschwingen als Bewegung selbst beschreibt.

Geometrische Rauten lassen auch die Oberfläche der dekorativen „Jelly“-Serie glitzern. Ein ganz besonderes Designhighlight sind die „Jelly Vases Metallic“, die aus stabilem Polycarbonat in Chrom-, Gold- und Kupfer-Optik gefertigt sind. Der Kontrast zwischen spiegelnder Innenfläche und wirkungsvoller Oberfläche macht die Vasen zu einem edlen Designhighlight. Die vielseitige „Jelly“-Kollektion umfasst auch Geschirr aus Kunststoff, das mit seinen von der Natur inspirierten Mustern , wie Bienenwaben, und sanften Farben an Geschirr aus den 60er Jahren erinnert. Mit dieser Rückbesinnung, der Kombination von Retro-Elementen und modernstem Material, liegt die Serie ganz im Trend der Zeit.

Als wohnliches Gesamtkunstwerk mit femininer Handschrift lassen sich die Arbeiten von Patrica Urquiola beschreiben. Sie wurde von zahlreichen Instanzen wie der ELLE Decor, dem Wallpaper Magazine oder der A&W Architektur & Wohnen zur „Designerin des Jahres“  gewählt und ihre Arbeiten mehrfach international ausgezeichnet. So ist die Designerin Teil einer jungen Frauengeneration, die sich ambitioniert und selbstbewusst in einer noch immer männerdominierten Designwelt behauptet.  Wir sind gespannt, was die Zukunft bringt.

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