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Für Greenhorns & Fortgeschrittene

Manchmal muss mehr Leben in die Bude. Doch auch wer nicht auf WG-Genossen oder tierische Mitbewohner steht, darf sich Verstärkung holen: Pflanzen sorgen für unser Wohlbefinden und machen das Wohnen lebendiger. stilwerk wollte im Gespräch mit einem Profi wissen: Was sind die Trends im urbanen Dschungel?

In den Fifties waren es stilisierte Sträuße aus Nelken und Gerbera, in den 1970ern wuchernde Farne und Palmen, die 1980er setzten auf antiseptische Hydrokulturen – und die 2000er? Mögen es grüntechnisch gern exotisch, aber bitte nicht zu bunt.

Wenn man so will, kann man unsere Sozialisationsgeschichte auch anhand von Pflanzen erzählen – und jede Zeit hat die Begrünung, die sie verdient. Momentan wird viel regeneriert, von der guten alten Blumenampel im Wohnzimmer bis zu mäandernden Urban-Jungle-Arrangements im Schlafzimmer, die es auch in den 70er-Jahren schon mal gab. Doch die grünen Mitbewohner sind schon lange nicht mehr nur dekorative Eyecatcher. Sie sollen, ebenso wie Möbel und Accessoires, die Natur ins Zuhause holen, für eine entspannte Atmosphäre sorgen und sich positiv auf das Raumklima auswirken. Inseln des Urlaubsgefühls schaffen Exoten wie Monstera, Strelizien und Kakteen in einer Zeit, in der wir eher zuhause bleiben sollen, als in die Ferne zu schweifen, mit selbstverständlicher Leichtigkeit.

Genauso wie die aktuellen Einrichtungstrends, die das Comeback von Naturstoffen wie Holz, Kork oder Marmor feiern, symbolisieren die Gewächse unsere derzeitige Haltung: mehr Umweltbewusstsein und Achtsamkeit, weniger Konsum. Ein gigantisches Blumenbuket wird irgendwann welken, ein Sukkulent bleibt immergrün – bei wenig Pflegebedürfnis. Mit exotischen Pfanzen holten wir uns schon immer ein Stück ferne Welt nach Hause. Jetzt darf es auch gern die Natur um uns herum sein; mit Moos, Gräsern und Gehölzen ziehen Wald und Küste bei uns ein.

Doch auch innovative Bepflanzungskonzepte stillen die Sehnsucht nach mehr Ursprünglichkeit im städtischen Leben. Vertikale Gärten etwa zeigen, wie Pflanzen sich ausdehnen können und uns trotzdem genug Platz für unsere Wohn-Bedürfnisse lassen. Die Funktion von Kunstwerken übernehmen sie noch dazu. Es bleibt also spannend. Wie die heimische Botanik im nächsten Jahrzehnt aussehen wird? Nur soviel steht fest: ohne Pflanzen kein Leben. Wir setzen auf eine üppig grüne Zukunft.

Grünzonen statt Grauzonen

Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem grünen Teppich – und das auch noch an der Wand? Das Gärtnerei-Unternehmen Hydro Böttle aus Hamburg-Schenefeld verwandelt leere vertikale Flächen in ökologische und lebendige Räume. 2020 begrünte sein Team auch das Foyer des stilwerk Hamburg. Inhaber Finn Böttle, Spezialist für die Begrünung mit Pflanzenwänden, hat schon vielen kahlen Büros, Praxen, Geschäften und Privathäusern zu lebendigen Kunstwerken verholfen. Aber auch die Pflege anspruchsvoller Gärten von einer Gesamtgröße mehrerer Fußballfelder steht auf seiner Agenda. stilwerk wollte von ihm wissen: Wieviel Nutzen für Gesundheit und Umwelt steckt in den neuen Raumelementen?

Welche Vorteile haben grüne Wände im Büro?
Unternehmen haben dadurch die Möglichkeit, sich ein Stück Natur ins Büro zu holen. Außerdem spart man wertvolle Fläche für Arbeitsplätze ein, die sonst für Kübel und Container draufgehen würde, verbessert spür- und messbar das Raumklima und tut etwas Gutes für seine Mitarbeiter. Denn zum einen hat das Grün einen beruhigenden, regenerierenden Effekt, zum anderen schlucken die Pflanzenwände den Schall und reduzieren Umgebungsgeräusche. Außerdem sorgt die vertikale Begrünung für einen echten Wow-Effekt bei den Kunden.

Welche Pflanzen sind besonders gut, um die Raumluft zu verbessern?
Eine Studie der NASA belegt, dass sich die Kletterpflanze Efeutute, das Einblatt ’apathiphyllum’, der Kolbenfaden ’aglaonema’ oder der Drachenbaum besonders gut dafür eignen. Sie helfen uns, saubere Luft zum Atmen zu produzieren und reinigen die Luft von Benzolen, Formaldehyden und weiteren schädlichen Stoffen. Es gibt neuere Studien, die beweisen, dass sich Begrünungen auch positiv auf die Seele und das allgemeine Wohlbefinden des Menschen auswirken.

Regional oder exotisch:
Welche Pflanzen liegen gerade besonders im Trend?

Der Trend geht eindeutig in Richtung Raritäten und außergewöhnliche Exemplare. Vor allem junge Menschen sammeln gern lebende Exoten – der Handel mit Ablegern und Stecklingen ist zum Hobby geworden. Dadurch wird der Wunsch nach Naturverbundenheit deutlich. Wichtig zu wissen: Generell ist die exotische Pflanze im Innenbereich besser aufgehoben als die regionale. Die ’areca lutescens’, vielen bekannt als Goldfruchtpalme, ist mein persönlicher Favorit, weil sie mich sofort an Urlaub erinnert. Faszinierend ist auch, wie sich die einzelnen Palmenwedel entwickeln

Welche Pflege-Tipps sind essentiell?
Generell gilt beim Gießen: Weniger ist mehr. Erfahrungsgemäß werden die meisten Pflanzen übergossen. Im Frühjahr darf man das erste Mal düngen – dann sind die Pflanzen aus ihrem Winterschlaf erwacht und brauchen Energie, um zu wachsen. Im Winter kann man mit der Düngung ruhig pausieren.

Dies ist ein Beitrag von Natali Michaely und Stephanie Neubert aus dem stilwerk Magazin „ever green“. Ihr Exemplar des stilwerk Magazins erhalten Sie an den stilwerk Standorten Düsseldorf und Hamburg sowie im ausgewählten Zeitschriftenhandel. 

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