Haute Couture: Wenn Design über Funktion hinauswächst.

Zum 11. Mal fand im Juni 2016 die Design Miami/Basel statt – die wichtigste Sammlermesse für Design aus dem 20. und 21. Jahrhundert. 

Jedes Jahr trifft sich in Basel die Crème de la Crème der Designgalerien und präsentiert Unikate, Raritäten und limitierte Kostbarkeiten. Design hat hier wenig mit industrieller Formgebung und klassischer Funktion zu tun. Vielmehr umgibt die Objekte eine besondere Aura – ähnlich der Wirkung eines Gemäldes oder einer Skulptur.  

Mit 47 Galerien und zwei weiteren kuratierten Ausstellungsformaten (Design Curio und Design at Large) wächst die Messe Jahr für Jahr. Im Vergleich zur Art Basel, die gleichzeitig stattfindet, geht es hier jedoch entspannter zu. So ähnlich sich Kunst- und Designmarkt geworden sind, so unterschiedlich ist deren Rezeption: laut, schrill und völlig überlaufen bei der Bildenden, leise, zurückhaltend und großzügig bei der Angewandten Kunst.  

Antiquitäten und Zeitgenossen.

Die streng kuratierte Designschau zeigte sich in diesem Jahr als heterogener Mix. Möbel, Schmuck, Autos und Architekturen werden in der von Herzog & de Meuron entworfenen Halle präsentiert. Spärlich beleuchtet und in schwarz getunkt, herrscht hier eine Atmosphäre, die Exklusivität verspricht. 

Bei den Exponaten sind Patina und Geschichten das A und O. So stehen besonders Raritäten aus dem 20. Jahrhundert, vor allem französisches und italienisches Design aus den 1950er und 1960er Jahren sowie die skandinavische Moderne, hoch im Kurs. Ein ganzes Haus von Jean Prouvé wird genauso angeboten wie eine original Gräshoppa Leuchte von Greta Magnusson Grossman. Ein besonderes Highlight stellte in diesem Jahr die bronzene Bibliothek von Diego Giacometti und Alexandre Noll für den französischen Publizisten Marc Barbezat von 1969 dar. Überhaupt, die Rekonstruktion ganzer Räume scheint derzeit sehr en vogue.  

Bei den Zeitgenossen sorgten große Namen wie Zaha Hadid und Ai Wei Wei für Aufsehen. Der chinesische Künstler präsentierte seine erste Schmuckkollektion und die kürzlich verstorbene Stararchitektin war mit fließenden Möbeln vertreten, die, wie Eiszapfen erstarrt, kühle Strenge verbreiten. 

Der Niederländer Joris Laarman zeigte sein spektakuläres Projekt „Microstructures“ bei Friedman Benda. In Anlehnung an das menschliche Knochenwachstum entwickelte er dank 3-D Technologien raumgreifenden Strukturen, die eine besondere Ästhetik mit Hightech und Wissenschaft verknüpfen.

Verschiedene Materialien, Stühle, Liegen oder funktionslose Gebilde – das Konzept findet verschiedenste Anwendungen, die als Unikat oder in kleinster Auflage die Sammelleidenschaft wecken. 

Vom Sammeln.

Während der Antiquitätenhandel uralt und der Wert dieser seltenen Raritäten anerkannt ist, entwickelte sich mit limitierten Editionen zeitgenössischer Designer im letzten Jahrzehnt ein ganz neuer Markt. Junge Designer verabschieden sich vom klassischen Industriedesign und setzen ausschließlich auf exklusive Stücke in Kleinstauflagen. Und die Nachfrage wächst: Neben der Design Miami/Basel gibt es mittlerweile viele Messen, die sich neben der Kunst auch dem Design widmen.  

In Basel funktioniert der Mix aus alt und neu ganz wunderbar und zeigt die enorme Bandbreite von Design. Junge Positionen treten in Kontakt mit Klassikern, Möbel werden zu Skulpturen und die Grenze zwischen Kunst und Design wird unwichtig. Schubladen-Denken ist an diesem Ort nicht erwünscht. Die Offenheit für schöne Dinge jedoch umso mehr.

Adam Lindemann formulierte in seinem Buch „Collecting Design“ den Reiz von Design als Sammelobjekt wie folgt: „Alle Menschen haben eine Beziehung zum Möbeldesign, ob ihnen das bewusst ist oder nicht.“

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