Lucky Strike Junior Designer Award 2013

Eintrittskarte in den Designerberuf: Einen der begehrtesten Nachwuchsdesignerpreise Deutschlands räumten in 2013 gleich zwei Gewinner – in beiden Arbeiten geht es um die Verbindung von Mensch und Technik.

Jon McTaggart, 29, und Christian Holweck, 26, sind die Zukunftsträger der Designbranche. Die Gewinner des Lucky Strike Junior Designer Award 2013  dürfen sich das Preisgeld von 12.000 Euro teilen und über das Renommee freuen, das mit der Auszeichnung einhergeht.

Schon seit 1991 verleiht die Raymond Loewy Foundation in Hamburg den Preis für herausragende Kreativleistungen an Nachwuchstalente. Ein Anreiz, um den Leistungsanspruch an Design-Hochschulen zu heben, aber auch um Design als potenten Wirtschaftsfaktor zu fördern. Um den Preis bewerben dürfen sich nur Kandidaten einer deutschen Design-Hochschule. Lediglich Abschlussarbeiten (Bachelor, Master oder Diplom) werden zugelassen. Und: Die Bewerber müssen von einem Professor der Hochschule vorgeschlagen werden. Jeder Dozent darf nur eine Arbeit pro Semester nominieren. So wird das Bewerberfeld eingegrenzt und das Niveau hochgehalten. Trotzdem wurden im Jahr 2013 130 Arbeiten eingereicht. Das größte Potenzial sah die achtköpfige Jury unter Vorsitz von Prof. Johann H. Tomforde bei Jon McTaggart von der Köln International School of Design und Christian Holweck von der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim.

Holweck stellte sich bei seinem Projekt die Frage, wie das Auto der Zukunft von innen aussehen könnte. Für den Transportation-Designer sind Automobile keine abstrakten Objekte. Er weiß, dass Fahrzeuge nicht nur ästhetischen Ansprüchen genügen müssen, sondern in erster Linie Nutzgegenstände sind, bei denen Komfort und Sicherheit eine große Rolle spielen. Aber er moniert, dass das eigentliche Fahrerlebnis unter den stetig steigenden  Behaglichkeitsanforderungen leidet. Daher begab er sich auf die Suche nach dem verlorenen Bezug zur Bewegung. Mit seinem Design will er dem Konsumenten den Rausch der Geschwindigkeit wieder näherbringen und ein intensiveres Fahrgefühl vermitteln. Darüber, wie man das Ziel mit gestalterischen Mitteln erreichen könnte, hat er ein Buch verfasst. Um seine Ideen zu veranschaulichen, fertigte er außerdem eine Skulptur an, die die Dynamik des Fahrzeugs vermitteln soll. Auf ein reales Auto übertragen, würden die Insassen die zunehmende Geschwindigkeit nicht nur über den Tacho, sondern vor allem durch visuelle Veränderungen des Innenraumes wahrnehmen.

Um eine Verbindung von Mensch und Technik geht es auch in dem Beitrag »Analog Layer« von Produktdesigner Jon Mc Taggart. Er machte sich Gedanken darüber, wie wir Menschen mit unserer Umwelt kommunizieren und wie es Maschinen tun. Seine Bilanz: Technische Geräte verwerten Informationen schrittweise, während wir Menschen Zeichen stufenlos verarbeiten. In seiner Abschlussarbeit vereint McTaggart digitale und analoge Wahrnehmung. Er kreierte einen roboterartigen Staubsauger und verpasste ihm eine Außenhülle aus gefaltetem Papier. Statt über blinkende Leuchten vermittelt das alltägliche Haushaltsgerät nun Informationen durch fließende Bewegungen seiner Oberfläche. Das technische Objekt erscheint weniger fremd und eine Kommunikationsbarriere zwischen Mensch und Maschine wird durchbrochen.

Mit ihren Visionen gelang es den jungen Designern die Elite der kreativen Szene zu überzeugen. Die Zukunft wird zeigen, ob sich ihre Entwürfe auch über die Wettbewerbsgrenzen hinaus durchsetzen werden.

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