Lucky Strike Junior Designer Award 2018

Fünf junge Designtalente wurden am 24. November 2018 beim 26. Lucky Strike Junior Designer Award ausgezeichnet.

Der Preis zählt zu den begehrtesten Nachwuchspreisen in Deutschland. Mit der Auszeichnung leistet die Raymond Loewy Foundation einen wesentlichen Beitrag zur Förderung junger Designer*innen. Seit 2013 leitet stilwerk die 1991 von British American Tobacco Germany gegründete Stiftung und ermöglicht vielversprechenden Talenten einen Einstieg ins Berufsleben.

Der Preis wurde in den vier Kategorien „Produkt & Industrie“, „Kommunikation & Medien“, „Mode & Material“, „Konzept & Prozess“ sowie als Sonderpreis für „Young Professionals“ vergeben.

Studenten von 50 Hochschulen sowie zahlreiche Berufsanfänger*innen hatten sich mit ihren Arbeiten bei dem Wettbewerb beworben. Die Jury um Prof. Johann H. Tomforde war beeindruckt vom erstklassigen Einreichungsniveau der diesjährigen Ausgabe.

Die Gewinner des Lucky Strike Junior Designer Award 2018

Der Sieger in der Kategorie „Produkt & Industrie“ kommt von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Tony Jankowski machte das Rennen mit seiner außergewöhnlichen Arbeit „Autonomes Bauen. Innovative Werkzeuge im Bauprozess“. Die Jury um Vorsitzenden Prof. Johann H. Tomforde begründete die Entscheidung wie folgt:

Die von Tony Jankowski vorgestellte Bachelorarbeit ‚Autonomes Bauen: Innovative Werkzeuge im Bauprozess‘ stellt sich nach ausgiebiger Diskussion für uns in der Jury als wegweisende Gestaltungsmethode für den Bereich ‚Produkt & Industrie‘ dar. Aus der Bionik abgeleitete Konstruktionen wurden ressourcenschonend mittels des mobilen Robotersystems ‚Duotec‘ durch modernste Wickeltechniken und Druckverfahren von Faser- und Verbundwerkstoffen direkt vor Ort erzeugt. Wir sehen für derartige Methoden und Bauweisen völlig neuartige und zugleich nachhaltige Produktgestaltungen.

In der Kategorie „Kommunikation & Medien“ gewann Amalia Blum von der Hochschule Pforzheim mit ihrer Bachelorarbeit „Maniera Magazine. Eine visuelle Auseinandersetzung mit Entscheidungen“. Jurorin Prof. Nina Juric zeigte sich begeistert von der außergewöhnlichen Arbeit:

Die Arbeit ‚Maniera Magazin’ von Amalia Blum stellt inhaltlich die Unentschlossenheit der Generation Maybe in den Vordergrund, die sich vor lauter Möglichkeiten nicht entscheiden kann, aber auch nicht auf ihren Individualitätsanspruch verzichten will. Sie reagiert darauf mit einem cleveren Magazinkonzept, in dem sie eindrücklich die Vorteile des Onlinejournalismus mit dem Lesekomfort eines Print-Magazins kombiniert und zudem einen On-Demand Mechanismus vor den Druckprozess spannt. So wird jedes Magazin ein eigens personalisiertes Unikat ist, welches nur die Inhalte anzeigt, für welche sich der Leser im Vorfeld aktiv entschieden hat. Und zugleich ein Entscheidungswerkzeug, um diese Unentschlossenheit abzutrainieren. In erfrischender visueller Auseinandersetzung bietet Amalia Blum eine ausführliche ‚Topographie von Entscheidungen‘ an: Inhaltlich, ästhetisch und konzeptionell überzeugt die Arbeit auf unterschiedlichen Kommunikations-Ebenen nicht zuletzt durch ihre Leichtigkeit, Stilsicherheit und Tiefe in welcher die Relevanz und Mechanismen von Entscheidungsfindung untersucht werden. Dadurch gelingt es ihr eine neue Entscheidungskultur im Zeitalter der digitalen Transformation zu fördern. Für mehr Haltung!

Sven Steinmetz heißt der stolze Gewinner in der Kategorie „Mode & Material“. Er kommt von der Hochschule Pforzheim und überzeugte die Jury mit der Bachelorarbeit „ein.schnitt. Das Formweben“

Im Zeitalter von 3D Druck und 3D Strick wird durch die Verknüpfung der traditionellen Korsettwebtechnik mit digitaler Steuerung in dieser Arbeit das 3D nahtlos Weben vorgestellt. Diese Technologie ist besonders relevant unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Als zweitgrößter Umweltverschmutzer steht die Textilindustrie in der Verantwortung neue Wege zu gehen. Das 3D Weben spielt dabei eine wichtige Rolle. Diese Technik ermöglicht Zero Waste Produktion und personalisierte Passformen. Durch den Einsatz ökologisch abbaubarer Materialien wird der Weg zu Cradle-to-Cradle, also einer zirkularen Textilindustrie, aufgezeigt,

erklären Prof. Grit Seymour und Dr. Angela Schönberger

„Parametric Glasses. Born from Data“, so der Name der Gewinnerarbeit in der Kategorie „Konzept & Prozess“. Michael Braun von der Bauhaus-Universität Weimar setzte sich hier gegen seine Mitbewerber durch; Juror Jürgen Plüss untermauerte die Entscheidung der Jury wie folgt:

Die Digitalisierung macht auch vor dem Design nicht halt. Sie erlaubt für viele Produktkategorien ein individualisiertes Customizing. Fahrräder, Brillen, Sneakers oder Möbel sind nur Beispiele, die nach parametrischen oder anderen Merkmalen von Käufern individualisiert werden können. Das verspricht viele Chancen, wirft aber auch neue Fragen auf: Wie sieht die Autoren- oder Urheberschaft für ein Design aus? Welche Rechte gibt der Designer ab, welche erwirbt der Käufer, wenn überhaupt? Werden Designer nur noch Vorlagengeber ohne Rechte an einer originären Idee? Wie schützen sich Marken vor ungewollter Verfremdung ihres Erscheinungsbildes, das ja auch durch das Produktdesign geprägt wird? Diesen Fragen widmet sich die Masterarbeit ‚Parametric Glasses: Born from data‘ von Michael Braun. Sie ist ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Diskussion im Design.

Der Sonderpreis für Young Professionals geht an Marcel Gemander mit der Arbeit „Donald Says. The Latest Buzz about Donald Trump“. Nils Jockel und Prof. Nina Juric würdigten das Nachwuchstalent mit den Worten:

Unter der Prämisse ‚Make journalism great again‘ hat Marcel Gewander die Reaktionen der Presse auf die Äußerungen und Aktionen des amtierenden Präsidenten wie einen Börsenindex als Media Index visualisiert. Die Arbeit ‚Donald Says’ dokumentiert auf sehr eindrückliche Weise, welche aktuellen Entwicklungen die von Trump ausgelösten Artikel, Headlines, Buzzwords und Feeds nehmen. Der Trump Media Index, eine klug konzipierte Webapplikation, liefert Kennzahlen der freien Berichterstattung um den US-Präsidenten und lässt die Nutzer am spannungsvollen Diskurs zwischen Präsident und Presse teilhaben.

Die Preisverleihung fand am 24. November 2018 im Rahmen einer feierlichen Award Show mit rund 250 Gästen im stilwerk Hamburg statt. Neben den Gewinner*innen konnten sich weitere 20 Absolvent*innen und Berufsanfänger*innen über eine „Besondere Anerkennung“ freuen. Auch sie wurden am Abend der Preisverleihung persönlich geehrt und zeigen noch bis zum 8. Dezember 2018 ihre Arbeiten in einer gemeinsamen Ausstellung im stilwerk Hamburg.

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