Neues aus der Küche.

Die Küche ist mehr als nur der Raum zum Kochen – die Küche ist Lebensmittelpunkt. Da wundert es niemanden, dass es dieses Jahr jede Menge frischer Ideen für diesen zentralen Lebensraum gibt.

In modernen Grundrissen zeigt sich, was in vielen Familien sicher schon immer klar war: Die Küche ist Lebensmittelpunkt. Mit neuen Ideen zwischen klassischer Kücheneinrichtung und Wohnzimmermobiliar verschmelzen die Grenzen zwischen den einzelnen Lebensräumen zu Hause immer weiter.  Vitrinen, Sideboards und offene Regale, wie das String-Regal mit Lochblech für Küchenutensilien, erlauben variablen Stauraum mit Stil und fungieren als Verbindungselement zwischen Küche und Wohnraum. Auch Kücheninseln erhalten zusätzliche Ausstellungsfläche – wirken somit weniger dominant und öffnen die Küche weiter zum Raum: Poggenpohl präsentiert hier gleich drei Küchenmodule: „+MODO“, bei dem ausziehbare Tablare den Eindruck vermitteln, die Arbeitsplatte schwebe frei in der Luft; die flexible Küchenzeile „+VENOVO", deren kubisches Design dank filigraner Beine ebenfalls mit erstaunlicher Leichtigkeit besticht sowie die „+SEGMENTO Y“, mit deren minimalistischem Design sich das Unternehmen gezielt an jüngere Kunden richtet. Alle drei Serien schaffen eine elegante Symbiose aus Wohnmöbel und Küchenfunktionalität. 

Die klassische Tafelrunde wird durch erweiterbare Tische, wie der im letzten Jahr neu aufgelegten „L-Leg“-Kollektion von Alvar Aalto für artek, wiederbelebt. Die flexible Länge wächst und schrumpft, je nach Lebenssituation und bietet dennoch immer ausreichend Platz zum Essen, Lernen, Feiern und Arbeiten.

Wenn es um’s Platzsparen geht, setzen die Küchenhersteller nicht mehr nur auf clevere Stauraummöbel, sondern vor allem auf Multitasker: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Kombibackofen von Panasonic, welcher Dampfgarer, Backofen und Mikrowelle in einem Gerät vereint? Oder mit einem Gerät, in dem sich ein komplettes Menü in einem Schritt zubereiten lässt? Kein Problem: Der neue Dialog-Garer von Miele ist beispielsweise in der Lage, verschiedenste Lebensmittel zusammen, gleichzeitig und punktgenau zu garen. Möglich wird dies durch elektromagnetische Wellen, die die jeweilige Molekularstruktur der Lebensmittel „erkennen" und sich in ihrer Frequenz für einen optimalen Garprozess anpassen. Und auch für die Dunstabzugshaube gibt es inzwischen eine optisch ansprechende und gleichzeitig intelligente Lösung – ganz ohne Kopfstoßen oder Sichteinschränkung. Die Küchenexperten von Gaggenau bis SieMatic setzen integrierte Kochfeldabzüge von Herstellern wie Neff, küchentechnik plus, Bosch und Co. ein, um dem Dunst dort zu begegnen wo er auftritt.

Ganz unabhängig vom eigentlichen Raumplan dagegen sorgen zunehmend auch mobile Konzepte für absolute (Gestaltungs-)Freiheit: Die „Concept Kitchen“ von Naber besteht zum Beispiel aus zehn Grundmodulen, die sich mit bereits vorhandenen Geräten und Möbelstücken leicht kombinieren und frei in jedem Raum oder auch im Garten positionieren lassen. bulthaup wiederum reduziert die Küche in der Serie „b2“ auf nur noch drei skulpturale Elemente – Werkbank, Werkschrank und Werkstoffschrank – die losgelöst von statischen Wänden frei im Raum kombinierbar sind. Ähnlich setzt auch die „Urban“-Kollektion von SieMatic auf modulare Systeme.  Wer im Raum nicht so frei agieren kann oder möchte, findet beispielsweise bei boffi Küchen mit komplett geschlossenen Fronten, deren Türen sich nicht in den Raum hinein, sondern in speziell integrierte Zwischenräume hinein öffnen. Damit lassen sich das Feeling einer offen gestalteten Wohnküche und die Vorteile eines geschlossenen Raumes perfekt vereinen.

Neben der reinen Raumaufteilung, spielt natürlich auch die farbliche Gestaltung eine wichtige Rolle, um die Küche zum Wohnmittelpunkt zu machen. Dabei  belegen inzwischen sogar Studien der Universitäten Wageningen/Niederlanden und Oxford/Großbritannien: „Design verändert den Geschmack“. Hier konnte unter anderem der Einfluss von Farbe auf die Geschmackswahrnehmung belegt werden: Speisen von blauem Besteck schmecken salziger, von weißem cremiger und weniger süß als von schwarzem. Dementsprechend tragen auch die Farben und Materialien von Geschirr, Möbeln, Wänden, Böden, Decken und Beleuchtung zum Hochgenuss bei.

Deshalb die gleich heimische Küche bunt zu gestalten ist natürlich Geschmackssache – tatsächlich ist die meistverkaufte Farbe nach wie vor weiß. Weil die Küche aber immer mehr zum Wohnraum gehören soll, gibt es auch immer mehr Möglichkeiten jenseits der Nichtfarbigkeit. Im Fokus steht hier in diesem Jahr charmanter Industriestil – von Warendorf  über Aster bis hin zu eggersmann setzen die großen Marken auf dunklen Stein, Beton, Metall und Holz im Mix. Hersteller wie SieMatic, Vipp oder Jan Cray zeigen außerdem, wie gut extrem dünne Arbeitsplatten zur modernen Küche passen.

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