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Panton Chair: der Kunststoff-Freischwinger

Vitra setzt sich seit Jahren gemeinsam mit weiteren Designmarken für Originale und gegen Fälschungen ein. 2018 wird einer dieser echten Klassiker, der „Panton Chair", 50 Jahre alt.  Die Geschichte des „Panton Chair“ ist eine der Anekdoten aus der Reihe „Das Original kommt von Vitra“, die das Unternehmen aus Weil am Rhein im Kampf gegen Fälschungen erzählt. Sie illustriert für Vitra den Aspekt „Investition in Innovation“.

Die Geschichte des ikonischen „Panton-Stuhls" von Verner Panton ist eine der Anekdoten, die Vitra im Kampf gegen Fälschungen erzählt. Sie beginnt damit, dass es mitunter reicht, wenn ein Einzelner an einen Entwurf glaubt und ihn damit ermöglicht:

Eines Tages war Rolf [Fehlbaum] bei uns zu Besuch und entdeckte ein Modell des Panton-Stuhls. Das Modell war nicht stabil genug, um darauf zu sitzen. ‚Warum wird dieser Stuhl eigentlich nicht hergestellt?‘, fragte Rolf. Meine Antwort: ‚15 bis 20 Fabrikanten versuchten es, aber haben aus verschiedenen Gründen die Produktion abgelehnt.‘ Rolf rief sofort einen Techniker, Manfred Diebold, von Vitra an. […] Ohne Rolf kein Panton Chair.  – Verner Panton

Der dänische Designer entwickelte die Idee des freischwingenden Kunststoffstuhls Ende der 1950er-Jahre, jedoch zeigte kein Hersteller Interesse an dem gewagten Entwurf. Auch Willi Fehlbaum, der Gründer von Vitra, sah zunächst keine Realisierungsmöglichkeit, auch wenn ihm die Idee gefiel. Als aber sein Sohn Rolf Fehlbaum und der Leiter der Produktentwicklung von einem Besuch bei Verner Panton zurück kamen und begeistert berichteten, stimmt er zu: So startete Vitra im Jahr 1963 die Entwicklung einer der bekanntesten Entwürfe im Stuhldesign des 20. Jahrhunderts. Nach Jahren des Forschens und Ausprobierens, des Fallenlassens und Erarbeitens von Prototypen, wurde schließlich anhand von zehn Prototypen aus handlaminiertem, glasfaserverstärktem Polyester die endgültige Form des Stuhls definiert. 1967 konnte der Panton Chair in einer kleinen Vorserie von knapp 150 Stück aus kaltgepresstem, fiberglasverstärktem Polyester hergestellt und 1968 auf der imm Cologne erstmals einem großen Publikum präsentiert werden.

Er war damit der erste aus einem Stück geformte Vollkunststoffstuhl der Geschichte, der als Freischwinger realisiert werden konnte. Mit seiner skulpturalen Form und den für Panton typischen kräftigen Farben erregte der Freischwinger viel Aufsehen. Die Nachfrage nach dem Stuhl war so groß, dass sie mit dem teuren und aufwendigen Verfahren nicht gedeckt werden konnte. So wurden weitere Tests mit einem neuen Polyurethan-Hartschaum vorgenommen. 1968 startete mit diesem Material die eigentliche Serienfertigung in einem Gussverfahren, welches ein hohes Maß an manueller Nachbearbeitung forderte. Da Panton und Vitra noch nicht zufrieden waren, suchten sie gemeinsam nach weiteren Materialien für den Entwurf und entschieden sich zwischenzeitlich für einen thermoplastischen Kunststoff. Das Material zeigte sich in der Folge jedoch als weit weniger alterungs- und witterungsbeständig als angenommen, führte zu Brüchen des Stuhls und drohte, das Ansehen von Vitra zu schädigen. 1979 wurde aus diesem Grund die Produktion komplett eingestellt.

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Das Interesse am Panton Chair lebte aber weiter, daher nahm Vitra die Produktion 1990 wieder auf – erneut im zwar aufwendig zu bearbeitenden, aber bruchsicheren Polyurethan-Hartschaum. Die fortschreitende Kunststofftechnologie und insbesondere neue Möglichkeiten des Spritzgussverfahrens ließ es zu, dass in den 90er Jahren eine Version des Panton Chair in Polypropylen entwickelt wurde. 30 Jahre nach dem Beginn der Serienfertigung konnte so eines der wesentlichen Ziele Pantons erreicht werden: der Kunststoffstuhl als preiswertes Industrieprodukt. Leider verstarb Verner Panton kurz vor der Präsentation 1999.  Der Kunststoff-Freischwinger wird in zwei Varianten produziert: in Polyurethan-Hartschaum mit glänzender Oberfläche als Panton Chair Classic und aus Polypropylen mit matter Oberfläche als Panton Chair. Vitra hat an die Idee von Verner Panton geglaubt und kontinuierlich für den Erfolg des Produktes gearbeitet: heute ist der Panton Chair ein wahrer Klassiker des Designs.

Das Original feiert Geburtstag: 50 Jahre Panton Chair

Dieses Jahr feiert der Panton Chair seinen 50 Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums präsentierte Vitra im Januar auf der imm Cologne 2018 zwei Sondereditionen des Klassikers: den „Panton Chrome" und „Panton Glow".

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© (Fotos) liegt komplett bei Vitra | Fotografen: Tobias Madörin, Nicole Bachmann, Miro Zagnoli, Florian Böhm, Mark Niedermann,
© (Foto schwarz/weiß): Manfred Diebold, Rolf Fehlbaum, Verner Panton and Josef Stürmlinger S. 216 (Project Vitra)
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