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Sustainability in Design

Verantwortungsvoll, umweltfreundlich und intelligent. Was Nachhaltigkeit in der Möbelbranche bedeutet.

Vor dem Hintergrund zunehmenden Umwelt- und Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung spielt in diesem Kontext der Begriff Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Die Menschen hinterfragen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte des Produktionsvorgangs – von den Ressourcen über deren Herkunft, Umweltverträglichkeit und Verarbeitung bis hin zum Umgang mit Lieferanten und Mitarbeitern.  Kurzum: das angestaubte „Öko-Image“ des Begriffs Nachhaltigkeit ist passé.

In der Möbelbranche geht es beim Thema Nachhaltigkeit in der Regel um die Verwendung nachwachsender Rohstoffe wie Baumwolle, Bambus oder heimische Hölzer anstelle konventioneller Kunststoffe oder Metalle. Aber auch kurze Transportwege für eine Verringerung des CO2-Fußabdrucks sowie faire Arbeitsbedingungen stehen im Mittelpunkt. Eine Studie vom Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. aus dem Jahr 2016 stellte fest, dass knapp drei Viertel der Deutschen den Punkt Nachhaltigkeit beim Möbelkauf als wichtig oder sehr wichtig erachten. Am wichtigsten dabei: Das gute Gefühl, dass der Kauf solcher Möbel auslöst, die Langlebigkeit sowie Möbel, die zum eigenen Lebensstil passen. Namhafte Hersteller aus Deutschland, Österreich, Schweiz oder Skandinavien zeigen, wie Nachhaltigkeit in der Designwelt funktionieren kann.

Dabei gelten Marken wie Team 7 als Pioniere im Bereich ökologischer Möbel. Sie verwenden ausschließlich natürlich behandelte Massivhölzer und setzen alles daran, Natur, Design und Technik so zu vereinen, dass einzigartige Möbel mit Seele und Charakter entstehen.

Das Baden-Württembergische Unternehmen ROLF BENZ produziert ebenfalls ausschließlich in Deutschland und bezieht seine Hölzer aus nachhaltigen Forstwirtschaften in Europa und Nordamerika. Auch der süddeutsche Hersteller ZEITRAUM oder das Dänische Label Carl Hansen & Son fertigen ihre Möbel ausschließlich aus Massivholz aus nachwachsenden Wäldern.  

Genauso steht das Label e15 nicht nur für zeitlose Kollektionen, sondern vor allem auch für die Fertigung in Deutschland und Österreich. Dabei werden zertifizierte Eichen- und Nussbaumhölzer aus europäischer nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet. In der Produktion setzt e15 außerdem auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Geräte. Stoffe und Leder werden nur von ausgewählten Lieferanten bezogen, die eine umweltfreundliche und nachhaltige Herstellung ihrer Waren nachweisen können.

Für Designer Nils Holger Moormann und Gründer des gleichnamigen Labels stehen außerdem Einfachheit, Intelligenz und Innovation im Mittelpunkt. In der Produktion werden deshalb ausgesuchte regionale Materialien verwendet und bei der Verarbeitung auf Naturbelassenheit gesetzt.

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Die junge Marke myfelt überzeugt mit hochwertigen Designprodukten aus Filz. Zertifiziert mit dem GoodWeave-Siegel und dem Label STEP werden außerdem faire Arbeitsbedingungen und die Bewahrung traditioneller Handwerkskultur in der Hauseigenen Manufaktur in Nepal garantiert. Auch die Teppichlabel Jan Kath und Rug Star legen Wert auf Fair Trade und arbeiten mit dem Label STEP bzw. GoodWeave zusammen.

Das Label ames aus der Eiffel bringt mit seinen Textilien, Möbeln und Accessoires kolumbianische Lebensfreude in jeden Raum. ames arbeitet ebenfalls eng mit Designern und fertigenden Betrieben zusammen, um für ihre Produkte bis ins letzte Detail nachhaltige Lösungen zu finden. Umweltfreundliche Herstellung mit natürlichen und nachwachsenden Materialien sind dabei ein absolutes Muss. Faire Arbeitsbedingungen und Löhne sind für ames genauso selbstverständlich wie der Erhalt der traditionellen Handwerkskunst der „artisanos" in Kolumbien.

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Konzepte wie das „Cradle to Cradle“-Kreislaufprinzip, dem Hersteller wie Auping oder Bauwerk Parkett folgen, betrachten dafür die positive Umweltbilanz der Werkstoffe im gesamten Produktlebenszyklus – auch im Hinblick darauf, dass Produkte nach ihrem Gebrauch wieder in den natürlichen oder technischen Kreislauf integriert werden können.

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Der dänische Textilhersteller Kvadrat beschäftigt sich ebenfalls zunehmend mit der Vision einer Kreislaufwirtschaft im Textil- und Designbereich und erschließt alternative Ressourcen: Die Möbelbezugsstoffe „Revive 1+2“, entworfen von der britischen Designerin Georgina Wright, bestehen beispielsweise zu 100 Prozent aus wieder verwertetem, recyceltem Polyester (PET), das aus Plastikflaschen gewonnen wurde.

Wir machen uns alle Gedanken über Nachhaltigkeit. Daher ist es für einen Designer ein besonders befriedigender Gedanke, dass ein recyceltes Objekt zu einem neuen Stoff für einen Stuhl werden kann. 
– Georgina Wrigth, Kvadrat

Um gemeinsam neue Wege in der Materialinnovation zu gehen, kooperiert der Textilhersteller außerdem mit dem Kopenhagener Unternehmen Really. Entstanden sind bisher das „Solid Textile Board“ und der „Acoustic Textile Felt“ – hergestellt aus gepressten upgecycelten Textilabfällen. Zum Salone del Mobile 2018 präsentierten Really und Kvadrat die Installation „Circular by design", in der sieben ausgewählte Designer und Architekten sich mit den neuen Materialien auseinandersetzten.  

Frei nach dem Leitspruch „Design, Handwerk & Moral“ setzt auch das dänische Label Mater auf die Nutzung recycelter Materialien: So verwendet Mater Mangoholz, das sonst schlichtweg verbrannt würde; arbeitet mit recyceltem Aluminium und verarbeitet Haushaltsabfall wie Joghurtbecher oder Plastikmüll aus dem Ozean. 

Die Ressource „Müll" ist auch für HOUE Teil eines zukunftsfähigen Produktionskreislaufs: zur Internationalen Möbelmesse 2019 päsentierte das dänische Label den weltweit ersten Stuhl aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff – gewonnen aus dänischem Haushaltsmüll. Der Stuhl „Falk“ verkörpert Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein – Designer Thomas Pedersen hat dabei mit Präzision die perfekte Balance zwischen Ästhetik und Funktion geschaffen. Grenzenlos ist das Material natürlich noch nicht: die Grundfarbe ist grau – wenn andere Farben gewünscht sind, müssen dem aufgearbeiteten Werkstoff Farbpigmente dazu gegeben werden – ein strahlendes Weiß ist somit nicht möglich. Eine Grenze, die man im Namen der Umwelt aber gerne in Kauf nimmt.

In Finnland wird bei artek schon von Beginn an nach einem natürlichen Kreislaufprinzip produziert: Die Birken, die zur Produktion eingesetzt werden, stammen aus drei nahegelegenen Forstgebieten. Für jeden gefällten Baum werden neue nachgepflanzt – dicht an dicht, damit die Stämme möglichst gerade wachsen. Heute werden bei artek also die Bäume verarbeitet, die zur Firmengründung in den 1930ern angepflanzt wurden. Ein geschlossener Kreislauf. Die Tischlereiwerkstatt in Turku/Finnland ist übrigens bis heute nie umgezogen und die Möbelklassiker werden noch immer mit demselben Werkzeug und in denselben Arbeitsschritten produziert, wie damals. Ein Original aus Aaltos Lebzeiten unterscheidet sich somit von einem heutigen Stück lediglich durch die Patina, die das Möbelstück im Laufe seines Lebens erhält.

Dieser Aspekt von Nachhaltigkeit im Sinne von Langlebigkeit steht auch bei dem österreichischen Traditionsunternehmen Wittmann im Mittelpunkt. Aus diesem Grund werden in der Produktion ausschließlich ausgesuchte, hochwertige Materialien verwendet und jedes Möbelstück vom Rahmenbau bis zur letzten Naht in Handarbeit gefertigt.

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Diese Art des Luxus ist weit mehr als nur eine Frage des Prestiges. Vielmehr ist Luxus eine Strategie Nachhaltigkeit aktiv zu leben. Frei nach dem Motto Qualität statt Quantität, sind zeitloses Design und hochwertige, langlebige Materialien gefragt. Damit die Produkte auch nach Jahren noch gut aussehen und funktionell bleiben, lohnt es sich bei ihrer Anschaffung in die Zukunft zu investieren.

Achten Sie darauf, Qualität zu kaufen. Nichts ist nachhaltiger als gute Qualität.
– Alexander Garbe, Inhaber stilwerk

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